Contentdiebstahl – mit diesen Stratregien arbeitet der Dieb zu Ihrem Vorteil

Einen Finger fest auf die Strg-Taste, den anderen auf C und schon ist der markierte Text oder gar der Quellcode einer Internetseite im digitalen Besitz. Ebenso einfach geht das Einfügen in den eigenen Blog oder Internetseite.

Content-Diebstahl ist ein grassierender Missstand, der in Zeiten des Internets durch mehrere Dinge und Umstände begünstigt wurden. Er funktioniert schnell und lautlos. Contentdiebstahl verursacht keinen Lärm. Man wird bei der Tat nicht gesehen. Es ist alles so sauber und clean. Dennoch ist es Unrecht! Hier genau greift ein nächster wichtiger Punkt, weshalb der Diebstahl geistigen Eigentums immer weiter zunimmt. Es gibt kein Unrechtsbewusstsein. „Was im Internet veröffentlicht wurde, das ist doch für alle da. Es ist Allgemeingut mit dem ich machen kann, was ich will. Wenn der Urheber nicht möchte, dass ich seine Texte, seine Bilder, seine Inhalte verwende, dann soll er sie halt nicht veröffentlichen.“ Solche Antworten erhält man häufig, wenn man einen Dieb auf seine illegale Tat hinweist.

Die Judikative unterstützt in meinen Augen diesen Irrsinn des legalisierten Diebstahls von geistigem Eigentum im Internet. Ein Beispiel aus meinem realen Arbeitsalltag: Vor Jahren habe ich als erster in Deutschland einen Marktplatz für Energieberater zum Thema Energieausweis geschaffen. Marktplätze waren seinerzeit noch unbekannt, wir hatten ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Dass unser Portal nicht lange ohne Wettbewerber sein wird, damit war zu rechnen. Die Idee an für sich, wenn auch neu, war nicht so bahnbrechend, als dass man davon ausgehen konnte, dass sie nicht auch andere umsetzen dürfen. Der Bessere und Schnellere gewinnt den Wettlauf um die Kunden. Soweit habe ich das alles eher sportlich betrachtet. Was mich allerdings schockte war, als mein Portal eines Tages in einer 1:1-Kopie im Netz auftauchte. Das Konzept, die Navigation, der Seitenaufbau, die Texte, die Verlinkung, die Grafiken – alles 1:1 kopiert. Mit lediglich drei Unterschieden, alle Designelemente, die bei uns Blau waren, färbte er Gelb um, im Impressum standen seine Daten und die ID in den AdSense-Werbeblöcken änderte er in seine um. Der Dieb war sich nicht einmal zu dumm dafür, meine Rechtschreibfehler zu übernehmen und war derart dreist, dass er im Impressum meinen rechtlichen Beistand übernahm; einen Anwalt, mit dem er noch nie Kontakt hatte. Man sollte nun auf Basis eines gesunden Menschenverstandes denken, dass solch ein plumpes und offensichtliches Plagiat schnell aus dem Netz zu entfernen ist. Falsch gedacht. Der Dieb bekam sogar noch das Recht auf seine Seite zugesprochen, da das Gesetz bei solch einer Seite die Schöpfungshöhe als nicht ausreichend erachtet. Ein Irrsinn für Nichtjuristen, der hier auf Wikipedia im Beitrag zur Schöpfungshöhe genauer erklärt wird.

Contentdienstahl ist eine Unsitte unserer Zeit und es ist nicht davon auszugehen, dass er in Zukunft weniger wird.

Was also tun, wie geht man mit diesem Thema um?

Neil Patel hat dazu in seinem Blog unter dem Titel „Plagiate sind nicht schmeichelhaft“ einen sehr lesenswerten Beitrag dazu veröffentlicht. Wie finde ich den Diebstahl überhaupt heraus, welche Tools unterstützen mich dabei und wie kann ich mit wenig Aufwand automatisch darüber informiert werden, wenn meine Inhalte als Kopie im Netz auftauchen. Das ist einmal die Basis aller Unternehmungen im Kampf gegen die Piraterie. Dazu schließen sich sehr lesenswerte Tipps an, wie ich den vermeintlichen Nachteil des Contenklau in einen Vorteil drehen kann. Mit welchen Tricks kann ich den Dieb meiner Seiten dazu bringen, dass er mir zu mehr Traffic auf meiner eigenen, der originalen Seite, bringt und wie verhilft mir der Diebstahl meines Angebotes dazu, dass meine Seite eine höhere Sichtbarkeit und damit ein besseres Ranking bei Google erhält? Patel erklärt sehr anschaulich, mit welchen Methoden und Strategien man sich aus einem vermeintlichen Nachteil einen Vorteil verschaffen kann.

Mein Tipp: Wer Inhalte im Netz publiziert, der sollte sich diesen Blogbeitrag nicht entgehen lassen.

 

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

27. Januar 2017 von Andreas Frank
Kategorien: Basiswissen, Blog | Kommentare deaktiviert für Contentdiebstahl – mit diesen Stratregien arbeitet der Dieb zu Ihrem Vorteil