So kalkulieren Agenturen und Freelancer (2/7)

Die Basis für jede Kalkulation ist der eigene Stundensatz

In der Industrie kann der Controller auf Knopfdruck sagen, an welchem Produkt welcher Rohertrag erzielt wird, wie viel jeder einzelne Produktionsschritt kostet und welcher Preis am Markt beim Verkauf erzielt werden muss. Dieses Wissen ist in der Kreativwirtschaft oft nicht vorhanden. Dort wird nach Gefühl kalkuliert, oder man schaut einfach, was die Mitbewerber so berechnen.

Meinen, fühlen, vermuten sind jedoch schlechte Parameter für ein wirtschaftlich erfolgreiches Agieren. In Verhandlungen kennt man nicht einmal den Spielraum, wie weit man dem Kunden preislich noch entgegen kommen kann und dennoch ausreichend viel verdient, um das eigene Leben zu finanzieren und den Bürobetrieb mit allen Kosten am Leben zu halten.

Richtig kalkulieren ist kein Hexenwerk. Als Kreativer muss man nur für ein paar Stunden die Scheu überwinden und sich mit seinen Buchhaltungszahlen auseinander setzen. Die Basis für jede Angebotskalkulation ist immer der eigene Stundensatz. Wer es sich einfach machen möchte, der fragt einen Steuerberater mit Erfahrung in der Kreativbranche. Dieser kennt die Zahlen und weiß, wie viele Stunden ein Grafiker oder eine Agentur als maximale monatliche Arbeitszeit ansehen kann. Branchenunerfahrene Steuerberater übersehen häufig den Unterschied zwischen kreativ arbeitenden Menschen und dem produzierenden Gewerbe, wo nahezu jede Maschinenstunde voll als produktive Zeit in die Kalkulation einfließen kann.

Unabhängig davon, ob der eigene Steuerberater auf Grund seiner spezifischen Erfahrung den korrekten individuellen Stundensatz eines Kreativen ermitteln kann, ist es immer sinnvoll, sich auch einmal selbst mit seinen Zahlen zu beschäftigen. Daraus entwickelt man ein Gespür, was man alles im Monat mit seinen Einnahmen bestreiten muss und wo sich sinnlose Geldfresser verstecken. Vor allem geht man mit diesem Wissen auch sicherer und selbstbewusster in Verhandlungen mit potentiellen Auftraggebern.

 

 

Teil 1: So kalkulieren Agenturen und Freelancer (29.11.2012)
Teil 2: Die Basis für jede Kalkulation ist der eigene Stundensatz (30.11.2012)
Teil 3: Stundensatz einer vierköpfigen Agentur (05.12.2012)
Teil 4: Freiberufler sollten nicht weniger berechnen! (06.12.2012)
Teil 5: Wie viele Stunden für welches Projekt berechnen? (07.12.2012)
Teil 6: Honoraraufschläge für Nutzungsart, Nutzungsgebiet und Nutzungsdauer (10.12.2012)
Teil 7: Verhandlungen selbstsicher und professionell führen (11.12.2012)

Wie viel kostet Werbung und wie kalkulieren Werbeagenturen und Freelancer?

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

30. November 2012 von Andreas Frank
Kategorien: Basiswissen | Kommentare deaktiviert für So kalkulieren Agenturen und Freelancer (2/7)