10 Tipps für Kleinunternehmen in Richtung „Internationalität“

Dank des Internets und eines wachsenden E-Commerce war es für kleine Unternehmen nie einfacher zu expandieren.

Heute existieren international agierende Kleinunternehmen, die sich fremdsprachige Märkte erschließen und grenzübergreifende Kooperationen pflegen, ohne je ein Büro, eine Filiale oder eine Tochtergesellschaft im jeweiligen Land zu unterhalten.

Planvoll vorzugehen, ist aber auch bei solchen Expansionen Pflicht, wenn man seine Erfolgschancen maximieren möchte.

Hier sind 10 Tipps, die zu solch einem planvollen Vorgehen beitragen.

Passt das Ziel meiner Expansion zum jeweiligen Land?
Auch eine virtuelle und vergleichsweise preisgünstige Expansion übers Internet verursacht Kosten. Deshalb sollte man zunächst klar definieren, was man durch die Expansion erreichen möchte, etwa den Markteintritt in einem fremden Land oder den Einkauf von Produkten, die anschließend auf dem heimischen Markt vertrieben werden. Ob sich das Land, das man in die engere Wahl gezogen hat, dann wirklich eignet, um seine Pläne zu realisieren, sollte man auf Basis einer professionellen Einschätzung entscheiden. Hilfreich kann dafür zum Beispiel ein Kontakt zur passenden deutschen Auslandshandelskammer sein.

Website – Bauen Sie Ihr lokalisiertes Basislager
Wer international verkaufen möchte und beispielsweise auch russische, brasilianische, japanische und/oder französische Zielgruppen ansprechen möchte, benötigt Websites und/oder Onlineshops in der jeweiligen Sprache. Alleine eine Übersetzung der Texte aus der deutschsprachigen Website reicht jedoch bisweilen nicht aus. Die Website muss gegebenenfalls lokalisiert werden, also eine Anpassung an die jeweilige Zielkultur durchlaufen.

Achten Sie die Kultur
Jede Kultur definiert eigene Regeln und Tabus, etwa in Bezug auf Grenzen für erotische Darstellung oder Dinge, über die man sich nicht witzig macht. Generell gilt daher: Man sollte den kulturellen Rahmen kennen, in dem man sich bewegt, um Menschen für sich zu gewinnen und nicht gegen sich aufzubringen.

Stellen Sie ihr ästhetisches Empfinden in Frage
Das zuvor über Kultur Geschriebene gilt auch für ästhetisches Empfinden. „51job.com“ ist eine bedeutende chinesische Jobbörse und voller bunter und teils blinkender Banner. Was dort als schön, anziehend gilt, schreckt in Deutschland vielleicht eher ab und umgekehrt. Das bedeutet auch: Werbung muss anderswo eventuell anders als in Deutschland gestaltet sein, um maximalen Erfolg zu bringen.

Marketing braucht Strategie
Möchte man sich etwa virtuell durch einen fremdsprachigen Onlineshop einen neuen Absatzmarkt erschließen, sollte man vorab – wie bei einem Geschäftsstart in Deutschland – unter anderem sondieren, a) welche Arten der Werbung zur Verfügung stehen und welche man nutzen möchte, b) wie eventuell Waren die Kunden erreichen, c) wie man Reklamationen grenzübergreifend handhabt und d) welche Zahlungsarten man anbietet. Auch hier gilt: Planvoll vorgehen!

Lernen Sie die digitale Kultur Ihres Ziellandes kennen
Um sich etwa digital auf einem neuen fremdsprachigen Absatzmarkt zu etablieren, steht einem grundsätzlich das gesamte Instrumentarium des Onlinemarketings mit Instrumenten wie SEO, Suchmaschinenwerbung, Social Media Marketing, Video Marketing … zur Verfügung. Neben der Rücksicht auf die jeweilige Kultur sollte hier aber auch ein Blick auf die digitale Kultur des Landes die Marketingmethoden mitbestimmen. Nicht in jedem Land ist Google so dominant, dass sich fast nur hier Suchmaschinenwerbung lohnt. Und nicht immer und überall ist Facebook erste Wahl bei Social Media Marketing.

Seien Sie sprachlich perfekt
Sprachliche Fehler in der Werbung und der Kundenansprache verringern oft das Gefühl potenzieller Kunden, es mit einem seriösen Unternehmen zu tun zu haben. Pflegen Sie daher die Kooperation mit einem oder mehreren Menschen, die die Sprache des Landes sehr gut sprechen, in das sie virtuell expandieren.

Nutzen Sie neue Formen der Zusammenarbeit
Das Internet macht eine digitale Zusammenarbeit immer einfacher; man kann gemeinsam an Dokumenten arbeiten, Kalkulationen, Übersetzungen etc. in kürzester Zeit um die Welt schicken, mit Messenger-Programmen virtuelle Konferenzen abhalten. Das macht es auch leicht, mit Menschen im jeweiligen Land zu kooperieren, in das man virtuell expandiert, was wiederum vorteilhaft ist, weil diese Menschen die jeweilige Sprache perfekt sprechen und in der Kultur Zuhause sind.

Instrumente der Conversion-Optimierung sind gut für Sie, weil …
Die Conversion-Optimierung bedient sich sogenannter A/B- oder multivariater Tests, um in Echtzeit herauszufinden, welche Variante einer Website oder Landingpage erfolgreicher ist. Auch bei fremdsprachigen Zielgruppen sind solche Testing-Programme oft besser als jedes Expertenwissen.

Haben Sie etwas Geduld
Das gilt für Start-ups in Deutschland wie für Kleinunternehmen, die digital ins Ausland expandieren. In den seltensten Fällen funktioniert sofort alles perfekt, hat man Erfolg von Anfang an. Ein bisschen Geduld muss man häufig ebenso mitbringen wie Durchhaltevermögen.

 

Dies ist ein Gastbeitrag von Christian Arno. Er ist Gründer und Geschäftsführer des internationalen Übersetzungsbüro Lingo24, welches auf drei Kontinenten tätig ist. Folgen Sie Lingo24 auf Twitter @l24de.

Möchten Sie diesen Artikel auf Facebook, Twitter oder Google+ teilen? Darüber freue ich mich sehr!

VN:F [1.9.22_1171]
Bitte bewerten Sie diesen Beitrag:
Rating: 5.0/5 (6 votes cast)
10 Tipps für Kleinunternehmen in Richtung „Internationalität“, 5.0 out of 5 based on 6 ratings

Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

15. Mai 2013 von Andreas Frank
Kategorien: Basiswissen, eCommerce, Online-Marketing, Startups | Kommentare deaktiviert für 10 Tipps für Kleinunternehmen in Richtung „Internationalität“