Also doch, Rückgaberecht für Apps – oder für digitale Güter im Allgemeinen?

Über meine Meinung zu Frau Puttrichs Vorschlag, dass zukünftig auch für digitale Güter ein Rückgaberecht bestehen soll, habe ich mich ja bereits ausgelassen.

Die ursprünglich von der hessischen Verbraucherministerin formulierte Forderung war sehr schwammig. Mal sollte es Apps betreffen, mal war die Rede von digitalen Gütern.

Die nun über die Ticker laufenden Meldungen besagen, dass sich die Verbraucherminister auf ihrer Ministerkonferenz in Bad Nauheim heute darauf geeinigt haben, dass es zukünftig beim Kauf von Apps ebenfalls ein Rückgabrecht gibt.

Bei Politikern bin ich mir immer nicht so sicher, ob sie wirklich wissen, wovon sie reden. Von daher bleibt abzuwarten, ob es nur Apps betrifft, oder ob die Ministerinnen und Minister digitale Güter im Allgemeinen meinen.

Es bleibt spannend! Denn eine Ausweitung auf alle digitale Güter wird viele Unternehmen und Branchen vor sehr große Herausforderungen bezüglich des Diebstahls der erbrachten und vom Kunden genutzten Leistung stellen.

Auch wenn die Nutzung von Apps auf Smartphones besser kontrolliert werden kann, als zum Beispiel bei eBooks, auch hier besteht eine enorme Missbrauchsgefahr. Was macht der Entwickler eines Reiseführers, den sich der Kunde für seinen Kurztripp kauft und dann nach der Nutzung gegen Erstattung des Kaufpreises zurück gibt? Und dies ist nur ein Beispiel von unzähligen Betrugsmöglichkeiten.

Gelegenheit macht Diebe. So wird es kommen!

Hallo die Damen und Herren Minister, kennen Sie den Spruch: „I work Freelance, but not for free!“? Eventuell bedarf es nach Ihren Beschlüssen bald einer kleinen, aber entscheidenden Korrektur.

 

Nachtrag:

Die erste Meldungen in der Presse lauteten, dass es um Apps geht. Nun schreibt die Süddeutsche Zeitung „Die Verbraucherschutzminister haben sich (…) für ein Rückgaberecht für digitale Güter wie Apps ausgesprochen.“. Mal abwarten, wie die offizielle Pressemitteilung formuliert ist.

Bernhard Rohleder, der Hauptgeschäftsführer vom Branchenverband Bitkom hat in seiner eben veröffentlichten Stellungnahme ebenfalls das Missbrauchsbeispiel des Reiseführers genannt. Ist er vielleicht Pixeltalk-Leser? 😉

 

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

17. Mai 2013 von Andreas Frank
Kategorien: eCommerce | Kommentare deaktiviert für Also doch, Rückgaberecht für Apps – oder für digitale Güter im Allgemeinen?