Roomsurfer verfehlt die Fundingschwelle auf Seedmatch

Nun ist es also Gewissheit, das junge Unternehmen Roomsurfer aus Berlin hat es nicht geschafft, sein Crowdfunding auf Seedmatch erfolgreich abzuschließen.

Lediglich 43 Investoren konnten von dem Konzept überzeugt werden und statt der erhofften 250.000 € kamen letztlich nur 24.750 € zusammen.

Knapp die Hälfte der benötigten Summe für die Fundingschwelle und damit ist das Ergebnis aus der Aktion Null Euro für Roomsurfer.

Offensichtlich waren nun auch dem Seedmatch-Team die Aussichten auf ein erfolgreiches Funding zu gering. Es war in letzter Zeit usus, dass Projekte, die nach Ablauf der ersten Fundingphase das Fundinglimit nicht erreicht haben, 60 weitere Tage eingeräumt bekamen, um zusätzliche Investoren für das Unternehmen zu begeistern. So beispielsweise bei „Saustark Design„, „Changers.com“ und „Kryd„.

Bei Roomsurfer wurde die Fundingphase jedoch nicht verlängert. Wobei es meines Wisens nach aber auch noch nie der Fall war, dass 60 Tage nicht ausreichten, um wenigstens die erste Hürde zu nehmen und die Verlängerung dann nur zur Aufstockung eines im Grunde erfolgreichen Fundings diente.

Schade, kein erfolgreiches Funding für Roomsurfer.

Aber nicht ganz unerwartet.

Bereits zum Start am 21. März 2013 äußerte ich meine Bedenken in dem Beitrag „Wie viele Zimmervermittlungen braucht der Markt?“ und schrieb „(…) die Chancen von Roomsurfer muss ich leider als sehr gering einstufen.“.

Gerne wäre ich eines Besseren belehrt worden und hätte dem Startup eine erfolgreiche Finanzierungsrunde via Seedmatch gewünscht.

Allerdings bleibe ich bei meiner Meinung, das Konzept von Roomsurfer wird sich nicht tragen können. Dies dachten sich wohl auch die potentiellen Investoren und so geht Roomsurfer in die Geschichte ein. Als das erste Unternehmen, dessen Finanzierungsrunde via Crowdfunding auf Seedmatch nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Bisher keine mediale Reaktion seitens Seedmatch

Seedmatch nutzt die ganze Bandbreite der medialen Klaviatur um positive Meldungen zu verbreiten. Das ist richtig, das ist gut und das machen sie auch auf eine sehr offene und sympathische Art. Gerade deshalb hatte ich erwartet, dass Seedmatch keine Scheu zeigt und auch zum ersten nicht erfolgreichen Crowdfunding auf ihrer Plattform Stellung nimmt. Bisher konnte ich keine Pressemitteilung dazu lesen. Auch keine Reaktionen im Blog oder auf der Facebook-Seite.

Es ist doch ganz klar, trotz einer sorgfältigen Vorauswahl können nicht alle Finanzierungsrunden erfolgreich laufen. Dass es nun bei Roomsurfer nicht geklappt hat, dass gehört zum Geschäft solch einer Vermittlungsplattform, wie es Seedmatch eine ist.

Man kann auch über Misserfolge offen kommunizieren. Deshalb habe ich Jens-Uwe Sauer von Seedmatch und Michael Walser von Roomsurfer ein paar Fragen geschickt, auf deren Beantwortung ich schon sehr gespannt bin.

 

Nachtrag:

Dana Melanie Schramm, bei Seedmatch für Corporate Communications zuständig, hat mir heute die Antworten zukommen lassen. Besten Dank dafür!

Das Funding für „Roomsurfer“ konnte leider nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Wie groß ist bei Ihnen die Enttäuschung darüber?

Wir finden es sehr schade, dass Roomsurfer die Fundingschwelle nicht erreichen konnte, aber es ist eben auch Teil des Konzeptes von Crowdfunding, dass jeder Investor selbst entscheidet, welche Projekte er unterstützen möchte.  Wir wünschen dem Team natürlich trotzdem viel Erfolg mit Roomsurfer – dass die Finanzierung über Crowdfunding nicht geklappt hat, heißt ja nicht, dass das Startup nicht erfolgreich werden kann. 

Woran lag es Ihrer Meinung nach? Hat die Idee an für sich zu wenig Substanz, oder konnte sie nicht eindringlich genug transportiert werden?

Es ist sehr schwer zu sagen, warum die Crowd nicht von der Geschäftsidee von Roomsurfer überzeugt war. Vielleicht lag es daran, dass die Investoren die bisherigen Unternehmen der Branche der privaten Zimmervermietung als sehr stark und dominierend wahrnehmen. Das sind jedoch nur Vermutungen.

Entgegen der Vorgehensweise bei anderen Projekten auf Seedmatch wurde die Fundingphase bei „Roomsurfer“ nicht verlängert. Aus welchen Gründen erhielt „Roomsurfer“ keine weitere Chance, das Funding doch noch erfolgreich zu beenden?

Bei Seedmatch legt jedes Startup-Team von Anfang an eine Mindestsumme fest, die es benötigt, um sich sinnvoll zu entwickeln und die erreicht werden muss, damit das Crowdfunding erfolgreich zustande kommt (die “Fundingschwelle”). Wird diese nicht erreicht, ist auch eine weitere Verlängerung des Fundings um 60 Tage nicht möglich.

 

Ein ausdrücklicher Wunsch seitens Seedmatch ist es, noch darauf hinzuweisen, dass alle Investoren bei dem Roomsurfer-Funding ihr einbezahltes Investment vollständig zurück erhalten.

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

24. Mai 2013 von Andreas Frank
Kategorien: Crowdinvesting, eCommerce, Startups | Kommentare deaktiviert für Roomsurfer verfehlt die Fundingschwelle auf Seedmatch