Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Künstlern, die ungeduldig sind!

Kunstgalerie-Profilseite
Diese Nachricht lag heute in meinem Kunstgalerie.de-Postfach:

Sehr geehrte Damen und Herren von Kunstgalerie.de,

ich möchte meinen Account gerne löschen, da ich durch Ihre Webseite kein einziges Bild verkauft habe und meine Webseite mir mehr nützt.

Mit freundlichen Grüßen
XXX

Tja, wie soll man denn darauf reagieren?

Freundlich zurückschreiben, dass man es sehr bedauert, dass sich die Künstlerin nicht mehr auf unserer Seite präsentieren möchte und dass wir uns natürlich auch gewünscht hätten, dass alle ihre Werke über Nacht einen Käufer finden?

Oder schreiben, dass Sie eventuell eine talentierte Malerin sei, aber leider von Marketing so richtig gar keine Ahnung habe?

Erst einmal die gute Nachricht für die Künstlerin, ihr Profil mit allen ihren Werken wurde umgehend gelöscht. Nicht, dass sie noch Schmerzen leidet, weil wir ihre Werke immer noch gratis einem großen Publikum präsentieren.

Bitte nicht mißverstehen, wenn ein Künstler nicht mehr bei uns präsent sein möchte – kein Problem!

Hier jedoch verärgert mich der Kündigungsgrund. Mich ärgert, dass die Künstlerin nicht verstanden hat, um was es bei Kunstgalerie.de geht und anscheinend einer gewissen Hybris ihrer Werke und ihrer Seite unterliegt.

Kunstgalerie.de ist in erster Linie eine Plattform, auf der sich Künstlerinnen und Künstler einem großen Publikum präsentieren können. Eine Unterstützung. Ein Goodie für Künstler, die allgemein häufig Probleme haben, sich zu präsentieren. Ein Trafficbringer für deren eigene Internetseite. Ein virtueller Showroom und kein Onlineshop.

Und dies alles für die Künstler: kostenlos!

Unkuratiert und ohne pseudoelitäres Auswahlverfahren erhält JEDER Künstler die Möglichkeit, zehn seiner Werke auszustellen und sich mit einem Künstlerpotrait vorzustellen. Dazu gibt – es ebenfalls kostenlos – einen Link auf die eigene Internetseite.

Und nun denkt diese Lehrerin Künstlerin also, dass eine Präsentation auf Kunstgalerie.de eine Garantie für Verkäufe sein müsse? Und wenn sie nichts verkauft, dann bedeutet dies selbstverständlich, dass die Präsentation auf Kunstgalerie.de nichts bringe? Und um Gottes Willen, jetzt hat sie doch tatsächlich Zeit aufgewendet Lebenszeit verschwendet, um sich anzumelden und dann das Drama: in drei Monaten kein einziges Bild auf Kunstgalerie.de verkauft!

Meine Güte liebe Künstlerin. Oder besser: Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

Vielleicht war es ja auch so, dass Interessenten über Kunstgalerie.de überhaupt erst auf sie aufmerksam wurden und erst über Kunstgalerie.de den Weg auf ihre eigene Seite fanden?

Wie kann sie denn zu einem Urteil kommen, dass ihre eigene Website mehr Nutzen bringt? Hat sie ganz gewissenhaft ein Usertracking installiert und wertet dieses fachmännisch aus? Kennt sie denn überhaupt die Anforderungen, um zuverlässige Daten zu generieren? Hat sie das notwendige Wissen, um mit solchen Daten umzugehen und diese richtig zu interpretieren?

Ganz sicher nicht! Jede Wette, wer in der Kündigung auf diese Art und Weise argumentiert, der urteilt nach „Fühlen, Denken, Meinen“.

Wissen wäre die bessere Basis.

Ich kann ja nichts dafür, aber Dummheit bringt mich auf die Palme. Und wenn Menschen ihr offensichtlich vorhandenes Hirn nicht einschalten:

Es wurde also über Kunstgalerie.de kein Bild verkauft, über die eigene Seite aber offensichtlich schon und deshalb muss nun die Präsentation auf der virtuellen Galerie gelöscht werden.

Ja, auch unsinnige Argumentationsketten machen mich verrückt!

 

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

21. Februar 2014 von Andreas Frank
Kategorien: Online-Marketing, Persönliches, Startups, Zwischenruf | Kommentare deaktiviert für Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Künstlern, die ungeduldig sind!