Die Arroganz der Bittenden – Werbeagenturen und Freelancer arbeiten zu oft ohne gerechte Entlohnung

Den ersten Kontakt mit der Werbebranche hatte ich 1989 in einer mittelständischen Werbeagentur mit etwa fünfzehn Mitarbeitern im beschaulichen Ulm. Herr Michel von der gleichnamigen Werbeagentur nahm mich am ersten Tag meines Praktikums mit zu einem Kunden. Wobei Kunde eher das falsche Wort ist. Stammtischbruder würde es besser treffen. Nicht, dass dieser Kunde ein kleiner war. Nein, als eines der größeren Unternehmen in der Region hatte dieses durchaus ein respektables Werbebudget zu verteilen. Blöd nur, dass von dem zur Verfügung stehenden mittleren sechsstelligen Betrag fast nichts in den Taschen der Werbeagentur landete und sich mein Lehrmeister nicht dagegen zur Wehr setzen konnte, dass die Agenturleistung eher als Freundschaftsdienst angesehen wurde.

„Andreas, wenn Sie sich jemals selbständig machen, dann passen Sie auf die „Dätschmirnedd“-Freunde auf“. Für alle, die dem Schwäbisch nicht mächtig sind, mein Chef empfahl mir, mich vor den „Würdest Du mir bitte mal eben dies und jenes machen“-Freunden fern zu halten.

Wenn jemand einen befreundeten Steuerberater darum bittet, den Jahresabschluss zu machen, dann ist es selbstverständlich, dass dazu auch eine ordnungsgemäße Rechnung gestellt wird. Und niemals würde jemand von einem befreundeten Anwalt erwarten, dass ihn dieser kostenlos vor Gericht vertritt.

Es gibt jedoch Branchen und Berufe, da ist es fast schon eine Selbstverständlichkeit, dass man kostenlos und ohne Berechnung eine Leistung erbringt, zu deren man nur deshalb befähigt ist, weil man es gelernt und studiert hat, für die man jahrelange Erfahrung benötigt und die es erforderlich macht, dass man Lebens- und Arbeitszeit dafür aufwendet.

Jeder Angehörige aus dem Bereich Marketing wird diese Situation kennen.

Man muss nicht für jeden kleinen Gefallen Geld verlangen, auch wenn er fachlicher Natur ist. Aber in der Mehrzahl der Fälle wissen und spüren die Fragenden nicht, wann die Grenze vom schnellen Freundschaftsdienst und einer zu entlohnenden Arbeit überschritten ist!

Die Geschäftsleitung eines Unternehmens ist unglücklich darüber, dass im Internet ein sehr boshafter und negativer Eintrag über sie zu finden ist. Praktisch, dass die Geschäftsleitung mich kennt und abends beim Bier mal eben schnell die Lösung des Problems erwartet. Schwierig. Denn natürlich kann ich innerhalb weniger Sätze die Lösung des Problems skizzieren. Aber von der Beantwortung solcher Fragen lebe ich, davon zahle ich mein Büro, meine Wohnung, mein Essen, meine Versicherungen. Wäre die Problemstellung juristischer Natur, dann würde der befreundetet Anwalt lapidar sagen „mach doch morgen mal einen Termin in der Kanzlei aus“. Diesen Aufwand an Zeit und Fachwissen würde der Fragesteller dem Anwalt ohne zu murren bezahlen. Warum? Weil es selbstverständlich ist. Weil die Juristen nicht zuletzt auch durch ihre Standesrechte dazu verpflichtet sind und dies konsequent ohne fast ohne Ausnahmen durchsetzen. Habe ich den falschen Beruf? Dazu habe ich lange genug Wirtschaftsrecht studiert, um zu wissen, dass ich den Juristen ihr selbstverständlich bezahltes Honorar gönne, aber selbst besser im Bereich Marketing aufgehoben bin.

Im Fall mit dem Interneteintrag habe ich geholfen. Ich habe nicht nur am Tresen die Lösung aufgezeigt, sondern auch am nächsten und am übernächsten Tag den Fall bearbeitet. Ohne eine Rechnung zu stellen. Nach meinem normalen Stundensatz hätte meine Arbeit mit etwa 500 € entlohnt werden müssen, was für die Lösung des Problems auch für alle Beteiligten eine gerechte Bezahlung gewesen wäre. Ich war mir jedoch sicher, dass ich für meine Arbeitsleistung beim nächsten Aufeinandertreffen ein Dankeschön und vielleicht ein oder zwei Bier spendiert bekomme. Was mir genügt hätte. Ernüchternd war das nächste Treffen, denn meine Getränke zahlte ich selbst und ein verbales Danke gab es auch nicht.

Nun mag der eine oder andere Leser anmerken, ich hätte die falschen Freunde. Nein, sicher nicht. Dieser kleine Fall spiegelt die allgemeine und unbewusste Geringschätzung vieler Berufe in der Gesellschaft wider. Marketing und Werbung gehören dazu. Werber trifft es, Handwerker, Architekten. Am Schlimmsten dran sind wohl die ITler, die am Wochenende mal eben den geschrotteten PC des Freundes neu aufsetzen, oder wegen eines defekten eMail-Kontos spät abends schnell noch beim Freund vorbeihuschen sollen.

Für mich sind solche Fälle ein Zeichen von unbewußter Arroganz der Bittenden. Es wird zur Bewältigung einer Aufgabe kostenlos das Wissen andere Personen in Anspruch genommen, zu deren Lösung man selbst nicht in der Lage ist, erwartet aber selbstverständlich, dass man für seine eigene Arbeitsleistung jeden Monat pünktlich das Gehalt überwiesen bekommt, welches der Chef jedoch nur dann bezahlen kann, wenn auch dessen Kunden bereit sind, eine gerechte Entlohung vorzunehmen.

Im Urlaub scheinen sich die Grenzen der Unverschämtheit noch mehr zu verschieben. Niemals würde ein Patient zu Hause erwarten, dass er von einem Arzt in dessen Praxis gratis behandelt wird. Eine lustige Episode dazu habe ich einmal im SPIEGEL gelesen: ein Arzt war als normaler Tourist mit einer Reisegruppe auf Indien-Rundreise. Als die Mitreisenden Kenntnis von dem Beruf des Arztes erlangten, wurde er penetrant um ärztlichen Rat befragt. Jedes kleiner Zipperlein wurde thematisiert. Dies wollte auch nicht aufhören, als der Arzt anmerkte, dass er im Urlaub sei, in Notfällen selbstverständlich jederzeit helfend zur Seite stehe, aber ansonsten ganz einfach seine Reise genießen möchte. Und so stellte der Arzt allen Patienten nach der Reise eine Rechnung, deren Beitreibung er auch beharrlich verfolgte. Es ist zu hoffen, dass die betreffenden Personen es sich in Zukunft mehrmals überlegen, ob sie sich denn mal eben schnell und gratis einen Vorteil durch die Expertise eines Anderen verschaffen möchten.

Einmal beauftragte mich ein Kunde, ich solle im 400 km entfernten Erfurt ein Baugebiet fotografieren, auf dem er etwa 150 Einfamilienhäuser plante. Dann sollte ich noch bei zwei Vertriebspartnern vor Ort vorbeischauen, um ein paar Dinge bezüglich der Vermarktungsstrategie zu besprechen. Mein Angebot lautete, ein Tag à 1.250 DM zuzüglich 0,52 DM je Kilometer und eine Essenspauschale. Macht zusammen 1.750 € DM netto. Das schriftliche Angebot akzeptierte der Kunde – ebenfalls schriftlich! – und ich machte mich auf den Weg. Mit den Gesprächsergebnissen und den Fotos war der Kunde sehr zufrieden, sie wurden jahrelang in sämtlichen Werbemitteln wie Anzeigen, Image- und Hausbroschüren, Flyer, Internet etc. verwendet. Das Projekt wurde ein großer Erfolg und der Kunden machte bei einem achtstelligen DM-Umsatz zu der Bauboomzeit garantiert auch einen siebenstelligen Ertrag. Als ich ihn jedoch auf die Begleichung meiner Rechnung ansprach, da meinte der Geschäftsführer „Hey Franky, wir arbeiten doch nun schon so lange zusammen; Du willst mir doch nicht ernsthaft eine Rechnung für die paar Bilder berechnen. Du hast doch nur ein wenig rumgeknipst.“. Sollte ich auf den Ausgleich der Rechnung bestehen, dann würde er mich nie wieder mit etwas beauftragen. Den potentiellen Ausfall eines vereinbarten Honorares hätte ich verschmerzen können, die klar und deutlich formulierte Geringschätzung meiner Arbeit jedoch nicht. Ich bestand auf das vereinbarte Honorar, bekam auch weiterhin Aufträge, erhöhte jedoch bei diesem Kunden meinen Stundensatz um 25% – sozusagen als Schmerzensgeld.

Herr Michel hatte Recht und ich könnte nach zwanzig Jahren Selbständigkeit, zuerst mit meiner Werbeagentur Modus Vivendi, dann als Freier Marketingberater und Inhaber von WerbeCheck.de, sowie aus den Erfahrungsberichten von Kollegen wahrscheinlich hundert solcher Geschichten zum Besten geben, in denen man seine Leistung erbracht hat, aber dann vergebens auf ein Signal der Entlohnung wartet.

Eine Lösung des Problems der ungewollten Freundschaftsdienste wird es für Werbeagenturen, Grafiker, Marketingberater, Texter, Fotografen und für unzählige weitere Berufe nicht geben. Zu groß ist die Scheu davor, dass man einem Freund das Stoppzeichen zeigt. Man hat einfach Hemmungen dem Freund zu sagen, „mache ich gerne, das muss ich Dir aber berechnen“.

Dumm nur, dass man damit genau diese Mitnahmekultur fördert.

Für mich habe ich eine kleine Lösung gefunden. Schnelle Fragen ohne großes Beratungsmandat beantworte ich gerne. Aber nicht gratis. Deshalb habe ich mit DoctorAdd eine Seite aufgesetzt, bei der man mal eben schnell seine Fragen rund um das Thema Werbung stellen kann und wo man als Fragesteller selbst angibt, wie viel einem die Beantwortung denn wert ist. Und einem selbst dürfte es leichter fallen zu sagen „Frag doch den DoctorAdd, der kennt sich damit aus“, als auf eine Bitte zu antworten „Ohne Kohle keine Antwort“.

Wie verhindern Sie, dass Ihnen zu viele Freundschaftsdienste auferlegt werden?

 

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

01. April 2013 von Andreas Frank
Kategorien: Persönliches, Zwischenruf | 36 Kommentare

Kommentare (36)

  1. Bravo Herr Frank,

    dieser Klartext dürfte einigen Betroffenen helfen. Habe kurioserweise vor dem Lesen Ihres Artikels in diesem Sinne auf seine Anfrage geantwortet „….Helfe gern, aber wenn es professionell sein soll, nur gegen Bezahlung.“

    Beste Grüße

    Wolf Rübner

    • Sehr gut Herr Frank, leider bleiben wir hier unter uns. Die Freunde und Kunden sollten es aber lesen, um eine andere Einstellung zu bekommen. Vielleicht könnte man den Artikel ja in der einen oder anderen Zeitschrift thematisieren (da gibt es auch sicher Geld).
      Mein persönliches Problem ist auch – WIE ERFASST MAN alle diese kleinen GEFALLEN (Aufwand 5 – 15 min), die sich aber am Tage summieren. Hat damit jemand Erfahrung. Das wäre mir 15 min Hilfe wert.

      • Ich habe auf meinem Android-Smartphone eine App, die nennt sich „Zeiterfassung“. Dort ist jeder Job in maximal 10 Sekunden „eingestempelt“, kurz beschrieben und einem Projekt zugeordnet. Das Ausstempeln geht mit einem Klick.
        Die Ergebnisse kann man sich dann als Excel-Liste per Mail vom Smartphone schicken lassen. Ohne diese App wäre mir bereits viel durch die Lappen gegangen, auch von „regulären“ Kunden, die mal anrufen und „schnell“ was brauchen…
        Ohne diese App zu starten und die Daten dort zu erfassen mache ich mal gar nichts mehr, ob es dann auch verrechnet wird, entscheide ich am Ende des Monats.

  2. Ich hatte lange Zeit Probleme damit mein Image „die macht das ja sowiso (und auch umsonst) abzulegen. Es war mir auch lange Zeit nicht bewusst. Ich war ja fast mein ganzes Leben immer sozial engagiert. Da kamen meine Fähigkeiten und Kenntnisse in Marketing, Web, Event, PR und später auch Fotografie jedem super gelegen. Erst nach Jahren – mit der tatkräftigen Unterstützung meines Lebenspartners – schaffte ich es für mich ein anderes Bewusstsein für meine Arbeit zu schaffen. Ich musste erst einmal lernen meine Arbeit selbst wertzuschätzen. Nun fällt es mir immer leichter zu sagen „gerne, aber davon lebe ich. Ich schreib Dir eine Rechnung, gebe Dir gerne einen Freundschaftsrabatt. Danke“ Immer wieder das große Fragezeichen im Gesicht des Gegenüber, aber immer öfter – seit dem ich mir auch klarer damit bin – ein „ja, klar“ als Antwort.
    Danke für den Artikel, den ich gerne teile.

  3. Hallo Herr Frank,
    sehe ich sehr ähnlich, das Thema betrifft aber ja, wie teilweise bei Ihnen anklang, über die Branche heraus noch viele weitere (gerade auch in Kunst & Kultur), ich sehe eher wenige Bereiche, u.a. wie erwähnt Medizin, Jura u.ä., die davon verschont bleiben. Ich selbst hole mir auch gerne gratis Rat bei Freunden z.B. aus der IT, aber auch nur, wenn ich weiß, dass ich auch selbst in anderer Form helfen kann. DoctorAdd ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, eine optimale Lösung, mit der alle gut leben können, lässt wohl noch auf sich warten.
    Beste Grüße
    Simon Hoff

  4. Auch wir Spezialisten in der Reisebranche(Reisebueros ) werden gnadenlos ausgenutzt…wir sollen Angebote erarbeiten und mailen, Hotelvorschläge machen , Ausflugstipps geben u.v.m….die dann ggfl. anderweitig gebucht werden . Wir haben da auch umsonst gearbeitet ….man begreift es einfach nicht , dass auch wir Mitarbeiter bezahlen, unsere Rechnungen bezahlen müssen und vor allem ,dass auch die Technik , die wir nutzen, um Preisvergleiche zu machen ,jeden Monat viel Geld kostet .Die Leute denken ( was steckt nur in deren Köpfe drin ?), dass wir von den Veranstaltern fuers Katalogausgeben bezahlt werden bzw. jeden Monat so einen Art „Pauschale “ erhalten . Spricht man das an , dass wir nur bezahlt werden ,wenn wir was buchen beim jeweiligen Veranstalter , was sich dann Provision nennt ,die aber sehr gering ist und in keiner Weise oft dem Aufwand entspricht oder mit anderen Branchen verglichen werden kann, dann schauen die Leute „ganz schön aus der Wäsche und wundern sich “ und erwarten immer noch :“Ich bin doch ein guter Freund ,aber da kannst du es doch umsonst machen und mir die Tipps geben .“

  5. Ja, das Problem kenn ich als Kreative natürlich auch. Mein ärgerlichster Fall war der, als ich für einen guten Bekannten Visitenkarten gestaltet und drucken lassen habe. Dem ganzen voraus ging auch noch die Reinumsetzung seines vorhandenen katastrophalen Logos.
    Ich habe ihm nur den reinen Druckpreis in Rechnung gestellt, also keinen Cent daran verdient. Nicht nur, dass ich hinter dem Geld ein paar Wochen her laufen musste – dabei kommt man sich ja dann doppelt blöd vor – auch ein wirklich gefühlt nettes „Dankeschön“ habe ich nie zu hören bekommen.

    Im Gegenzug brauchte ich einmal seine Hilfe – er ist selbstständiger Handwerker. Ich habe eine normale Rechnung in voller Höhe erhalten, ohne den kleinsten Rabatt.

    Seitdem überlege ich mir lieber drei Mal, ob ich einen solchen Freundschaftsdienst erledige oder nicht.

  6. Aus der Seele gesprochen – und erschreckend wahr.

  7. Unter Freunden wäscht eine Hand die andere… Einige Freunde von mir sind IT-ler und helfen Freunden privat auch weiter wenn’s brennt – ohne sich bezahlen zu lassen. Dafür wird man mal bekocht, bekommt ein Bierchen,… Ich arbeite in der Werbung, wenn also mal Einladungskarten entworfen oder gedruckt werden müssen, dann bin ich gerne helfend an der Quelle. Geben und Nehmen muss nicht immer über die Geldbörse laufen.
    Anders ist es, wenn es ums Geschäft geht – wenn Freund X für seine Firma oder für die Arbeit Kleinigkeiten braucht, dann geht das Angebot voran. Dann zahlt nicht ein Freund, dann zahlt eine Firma, auch, wenn diese zufällig einem Freund gehört.

    Manche Menschen mögen arrogant uns selbstverständlich Leistungen fordern – unter anderen Menschen ist es einfach selbstverständlich das gegeben, genommen und geteilt wird – und das ohne jede Arroganz.

    • Wenn eine Hand die andere wäscht, dann sind Freundschaftsdienste eine Selbstverständlichkeit. Dann ist das Geben und Nehmen aber ausgewogen, jeder ist zufrieden und man weiß um die Wertschätzung des anderen. Herrn Frank geht es aber zurecht um diejenigen, die ein eigenes Unternehmen haben und Leistungen für lau einfordern oder diejenigen, die eben mehr nehmen als geben. Und auch wenn man privat befreundet ist, wenn es ums Geschäft geht, wird die Leistung berechnet. Künstler haben dieses Problem übrigens auch sehr häufig. Wie oft werden die gefragt mal einfach so irgendwo aufzutreten, wäre ja schließlich Werbung für sie… (kursiert auch grad durch Facebook). Ich wünsche uns also Mut zum „mach ich gerne! Angebot per Mail oder reicht es Dir telefonisch?“

  8. Und de angebotenen Bücher von Herrn Frank sind absolut günstig oer?

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar. Jedoch verstehe ich ihn nicht ganz.

      Sollten Sie der Meinung sein, meine Bücher sind teuer, dann bitte ich zu bedenken, dass ich keinen Sinn darin sehe, meine Arbeitsleistung zu verschenken. Das sollte niemand tun! Und genau darum geht es mir auch in dem Blogeintrag.

      In Anbetracht der zahlreichen positiven Rückmeldungen und der sehr hohen Wiederkäuferquote seit vielen Jahren kann ich guten Gewissens behaupten, die Bücher sind ihren Preis wert. Vielen Agenturen und Freelancern ist beispielsweise der ROTSTIFT eine wunderbare Hilfe und Arbeitserleichterung, er spart ihnen Zeit und Aufwand. 59,90 € netto für den Download bspw. sind da gut investiert. Das ist weniger, als der Verrechnungssatz für eine Arbeitsstunde – und derer sparen Sie sehr viele mit dem ROTSTIFT ein.

      Aber das war gar nicht das Thema meines Blogeintrages. Eventuell lesen Sie ihn noch einmal? :-)

      Viele Grüße
      Andreas Frank

  9. In meinem nun fast 20jährigen Berufsleben hat es sich sehr bewährt, nicht bei jeder kleinen Anfrage gleich die Rechnungskeule zu schwingen. Vor allem bei Kunden, mit denen ich lange und gut zusammenarbeite, bin ich bereit, einfach mal schnell etwas einfach so zu erledigen. Ich erfahre dafür Wertschätzung, nämlich erstens, indem die Kunden den nächsten großen Auftrag an mich vergeben und nicht an jemanden, der bei jedem Pfurz nach Preisliste geht, und zweitens, indem sie mich weiterempfehlen. Ausgenützt fühle ich mich nicht, im Gegenteil. Ich behandle andere so, wie ich auch behandelt werden möchte, und erlebe, dass das funktioniert.

    • Sie sprechen von immer wieder kehrenden Bestandskunden, bei denen Sie Kleinigkeiten mal als Goodie ohne Berechnung machen. Ich spreche jedoch in der Hauptsache von denen, die nie ein „Kunde“ werden (wollen). Sicher zwei verschiedene Paar Schuhe.

  10. Freundschaft heißt auch Dinge zu tun, die ein Freund eben nicht alleine kann – z.B. eine Einladung, Danksagung oder sonstwas zu gestalten und den Druck abzuwicklen. Auch ein fachlicher Rat gehört dazu. Das sehe ich ähnlich wie Freunden bei einem Umzug helfen. Nehme ich auch gern alles gratis in Anspruch (selbst juristischen Rat).

    Ist eine Firma im Hintergrund – sei sie auch eine junge One-Man-Show – stelle ich Beratungskosten in Rechnung. Ich gebe zu, dass es mir vor der Geburt meiner beiden Kinder nicht so einfach fiel („Ach, ein kleiner Ratschlag gratis ist schon okay – lohnt das Papier der Rechnung nicht. Kommen bestimmt demnächst größere Projekte!“ etc.). Wenn die Rechnung wirklich gut kalkuliert ist – von mir aus auch abzgl. einstelligen-% Freundschaftsbonus – kommen keine dummen Ansagen. Sehr wenige Kunden meckern aber immer – denen sag ich mit einem Augenzwinken aber sehr bestimmt, dass das Honorar von meinen beiden Geschäftsführen (Kindern) und der Buchhaltung (Frau) eingefordert wird und ich leider nichts machen kann.
    Wer unsicher ist, sollte ein Angebot mit dem Leistungsspektrum abgeben – Freund/Kunde wird schon was dazu sagen, alles weitere liegt bei einem Selbst im „Verkaufsgespräch“ – steht und fällt vieles mit/ohne Kommunikation – gerade im Freundeskreis 😉

  11. Man könnte Bücher füllen zum Thema „Freundschaftsdienste“.

    Erfahrungen, wie von Herrn Frank geschildert, kennt jeder Designer, jeder ITler, Künstler etc.

    Natürlich liegt es zu einem Großteil an uns selbst, weil wir uns immer wieder ausnutzen lassen. Wenn wir selbst unsere Arbeit geringschätzen, indem wir sie immer und immer wieder unentgeltlich machen, warum sollten dann andere diese Leistungen anerkennen und wertschätzen? Welches Signal senden wir denn aus?

    Traurig ist es allerdings schon, wenn man einem erwachsenen Menschen erklären muss, dass der Beruf dem Brotwerwerb dient und man ja auch Rechnungen zu bezahlen hat.

    Und, gerade Freunde sollten doch ein Interesse daran haben, dass es mir gut geht. Oder nicht?

    Der Kommentar von G. Schröder ist ein erschütternder Beleg für die beschriebene Arroganz dieser Leute. Den Buchpreis zu kritisieren, um das Schmarotzerverhalten zu rechtfertigen, ist symptomatisch.

    Die Hoffnugn stirbt zuletzt, aber, sie stirbt! Das gilt auch für die Hoffnung auf Folgeaufträge. Denn, die kommen nur selten und wenn sie kommen, dann wieder mit der Bitte „dädschmerned“.

    Das jedenfalls ist meine Erkenntnis aus nun fast fünfzig Berufsjahren.

  12. Was soll das Lamentieren, da hilft doch nur Handeln – und zwar konsequent.

    • Stimmt. Schön und richtig, wenn Sie das konsequent machen. Mir fällt es jedoch schwer, „Nein“ zu sagen.

  13. Hallo zusammen,
    von diesem Problem kann ich auch Vieles berichten, hier exemplarisch ein Beispiel: Ein guter Bekannter ist Geschäftsführer (nicht Eigentümer) einer mittelgroßen Firma. Irgendwann hat er mich dann gefragt, ob ich nicht einige Arbeiten vom bisherigen externen Grafiker übernehmen könnte. Das waren zu Beginn vier-fünf gut bezahlte Aufträge für mich. Dann ging es los. Er bräuchte noch eine Anzeige, aber die darf nicht so teuer sein, höchstens Summe xxx … okay, im Hinblick auf die bisher größeren Aufträge macht man mal so was für eigentlich zu kleines Geld mit, werden ja auch wieder andere Aufträge kommen. Denkste. Ab da wurde vor jedem Auftrag der Preis „niedergefeilscht“ und beim dritten-vierten Mal hab ich dann auch keine Lust mehr auf Arbeit von diesem Kunden gehabt. Jetzt kam er vor fünf Wochen wieder an und beauftragte mich zu einem (von mir) hart verhandelten, aber akzeptablen Preis mit einem DIN A 4 -Werbeflyer. Kurz darauf kam ein Anruf von ihm, in dem er den Auftrag stornierte, weil er den Flyer KOSTENLOS von seinem Lacklieferanten erstellt bekommt (als Bestellungszugabe quasi. Da könnte man an sich ja auch schon wieder -Verzeihung- kotzen!) Da wir uns gut kennen, habe ich zähneknirschend Verständnis gehabt und auch kein Ausfallhonorar o.ä. berechnet. Das Beste kommt aber jetzt: Nach einer Woche erhalte ich ein Mail, mit der Bitte, doch der Lackfirma die für die Erstellung des Flyers nötigen Logos entsprechend aufbereitet in passendem Dateiformat zuzusenden. Ich soll mich mal mit denen in Verbindung setzen. Natürlich ohne Berechnung, mal eben zwischendurch…. Nachdem ich anhand der alten Rechnungen festgestellt habe, dass die letzten großen Aufträge mittlerweile über ein Jahr her sind und der letzte kleine (107 Euro!) auch schon im Juni 2012 abgerechnet wurde, hab ich ihm vorgeschlagen, ich erstelle eine Logosammlung seiner Firmenlogos in allen möglichen Varianten und Dateiformaten zu einem angemessenen Preis, NICHT etwa kostenlos. Dann bin ich für das Heraussuchen, Umarbeiten und entsprechend Abspeichern entlohnt und er kann in Zukunft damit machen, was er will.
    Er hat inzwischen bezahlt und wir sind beide zufrieden. Durch solche Erfahrungen lerne ich, auch mal hart zu sein. Auch wenn’s (mir) weh tut, weil ich die Leute auch privat sehe. Aber das mit der Wertschätzung der eigenen Arbeit stimmt schon, das muss man verinnerlichen. Dann klappt’s auch mit den Freunden. Daran arbeite ich noch :-)

  14. Das kenne ich seit Jahrzehnten aus der Werbung und dem Journalismus, besonders betrifft es nun auch Fotografen.

    Siehe auch:

    http://gesudere.at/blog/?page_id=4307

    • Hallo Herr Kreuziger, danke für den Link. Besser kann man so etwas wohl nicht formulieren. :-)

  15. Machen Sie heutzutage mal ernsthaft Musik! Da ist das von Ihnen beschriebene noch harmlos gegen. Da man vom Musik machen nun bei aller Liebe nicht mehr leben kann, arbeite ich auch noch als Tontechniker. Mache ich also den Schritt von der Bühne vor die Bühne ist das plötzlich ein anerkannter Job. Nicht das dieser Gut bezahlt wäre. Egal… ich hoffe sehr das sich dies Wahrnehmung wieder ändert…

  16. Tja, grundsätzlich hat mich beim ersten Lesen ein Gefühl der Sympathie, der Gemeinschaft erfüllt, denn auch ich kenne die Situation. Beim Reflektieren des Gelesenen kam wir aber dann doch der Verdacht, dass die allen Freelancern bekannte und ärgerliche Situation hier als Vehikel für die Vermarktung des nächsten „Frank-Tools“ benutzt wird. Die „Gleichgesinnten“ sind doch nicht etwa auch gleich diejenigen, die das neue Tool als Experten am anderen Ende der Leitung mit Leben füllen sollen?

    Ganz ehrlich, lieber Herr Frank, wenn ich Sie so anschaue und nach allem, was ich so über Sie in Erfahrung bringen konnte, schätze ich gerade Sie nicht als Person ein, der jemals etwas kostenlos gemacht hat. Bei Ihnen ist alles Kalkül.

    Als Marketer sage ich aber dennoch: Chapeau! Eine überaus geschickte Vermarktungsstrategie.

    Aber ich kann mich ja täuschen. In diesem Fall ist die Teilnahme an Ihrer neuen DoctorAdd-App sicher kostenfrei für alle Freelancer, so dass unsere erbrachte Leistung endlich einmal voll bezahlt wird. Dann will zumindest ich Ihren Kummer mindern und sage herzlich „Danke“ für soviel verständnisvolle Zuwendung.

    • Hallo Herr Frohn,

      schönen Dank für Ihre Kommentierung.

      Wo auch immer Sie etwas über mich in Erfahrung gebracht haben, aus meinem persönlichen Umfeld kann es nicht kommen. Denn dann wüßten Sie, dass ich tatsächlich sehr sehr (!) viel kostenlos mache. Genau aus diesem Grund kam es ja auch zu meinem Blogeintrag. Warum sonst würde ich mich über die zu sehr ausufernden “Freundschaftsdienste” ärgern?

      Und was die von Ihnen erwähnte DoctorAdd-App anbelangt, ich weiß nicht, dass es so eine gibt. Von mir jedenfalls nicht.

      Aber es ist in der Tat eine interessante Überlegung, diese im Grunde bisher ganz banale Präsenz zu einem Expertennetzwerk auszubauen.

      Haben Sie Interesse, an so etwas mitzuarbeiten?

      Viele Grüße
      Andreas Frank

      • Hallo Herr Frank,

        schön, dass Sie so konstruktiv antworten. Wie Sie bin ich Wirtschaftsjurist und obwohl der Kaufmann auch in mir die bessere Hälfte ausmacht, kommt immer mal wieder der misstrauische Jurist durch.

        Was den „APP-Fehler“ betrifft, war ich davon ausgegangen, dass es sich bei DoctorAdd um eine solche handelt. Hier wurde ich Opfer des Priming-Effekts, ausgelöst durch den Text in Ihrem Profil. Immerhin handelt es sich aber um eine entsprechende Website, allzu schwerwiegend war der Fehler also nicht.

        Würde ich an einer Plattform teilnehmen, die es sich zum Ziel setzt, als Expertennetzwerk Fragen von Interessierten gleich welcher Zugehörigkeit gegen Entgelt zu beantworten: Ja, natürlich – denn das tue ich ja ohnehin beruflich.

        Mir geht es in meinem Kommentar auch nicht um die Verweigerung meiner Unterstützung für eine guten Idee, die unser aller Problem löst.

        Ich sage nur: Wenn es Ihr Ziel ist eine solche Plattform ins Leben zu rufen, dann sollte dies bereits in Ihrer ersten Mail offenkundig werden. Ist dies aber nicht Ihr Ziel, dann ist der Textbaustein unglücklich formuliert.

        Mit besten Grüßen
        Ihr Wolfgang Frohn

        • Hallo Herr Frohn,

          eventuell wäre es wirklich keine schlechte Idee, so etwas wie „frag-einen-anwalt.de“ für die Werbebranche aufzusetzen. Allerdings kann ich nicht abschätzen, ob dies von den Fragenden angenommen würde. Oder gibt es das schon und es ist mir nicht bekannt?

          Ich finde, wir sollten da am Ball bleiben!

          Und alle Mitlesenden sind herzlich dazu eingeladen, sich einzubringen und ihre Meinung kund zu tun. Würde so etwas Sinn machen? Wie kann man solch ein Portal gerecht für alle Beteiligten aufbauen?

          Viele Grüße
          Andreas Frank

          • Als Mitglied im AGD kann ich auch juristischen Ratschlag einholen.

            • Hallo Herr Ebert, eventuell haben Sie da etwas missverstanden. Es geht nicht um juristische Ratschläge für Werbeagenturen oder deren Kunden. „Frag-einen-Anwalt.de“ war das Beispiel, wie in anderen Branchen kurze, schnelle Fragen monetarisiert beantwortet werden. Viele Grüße, Andreas Frank

  17. Hallo Herr Frank,

    ich verstehe grundsätzlich Ihren Ärger über die Schnorrer. Andererseits denke ich, es gehören immer zwei dazu: Einer, der bittet (und sich kostenlose Hilfeleistung erhofft) und einer, der nicht klar kommuniziert, dass er dafür bezahlt werden möchte.

    Insofern finde ich es zu einfach, sich über diejenigen zu beschweren, die es halt versuchen. Klar, das ist eine Mentalität, die unschön ist. Aber stoppen lässt sich das nur, indem man selbst klar ist und deutlich macht, wo die eigenen Grenzen der Großzügigkeit liegen. Wenn Sie sagen, dass Sie schlecht Nein sagen können, dann wäre es sicher ein wichtiger Schritt, sich zu fragen, was denn schlimmstenfalls passieren würde, wenn sie es denn mal riskierten. Und ob das nicht eventuell zu verschmerzen wäre …

    Ich kann für mich jedenfalls sagen, dass ich von meinen Freunden fast nie um kostenlose Gefallen gebeten werde. Allerdings gehe ich gerne Tauschgeschäfte ein: Ich erledige dies für dich, wenn du jenes für mich machst. Das klappt hervorragend, weil beide Seiten profitieren.

    Vielleicht wäre das ja auch eine Option für Sie: Beim nächsten Mal einfach mal überlegen, was der andere im Gegenzug für Sie tun könnte. Und dann gleich mal fragen, wann er das erledigen kann ;-).

    Sonnige Grüße
    Heide Liebmann

  18. Sehr geehrter Herr Frank,
    mit finanziell schwierig zu „händelnden“ Freundschaftsdiensten hatte ich eigentlich noch nie ein großes Problem.

    Wie ich das mache?

    Nun, ich sage Freunden und Verwandten: „Unsere Branche kämpft wie deine ums Überleben, da ist Bezahlung das A &O. Das verstehst du doch. Du kannst mir also ebenso sehr gut helfen wie ich dir, indem du mich vergütest und unsere Bücher bleiben dazu noch sauber.“

    Funktioniert.
    Klappern und erfolgreiches Jammern gehört doch zum Handwerk. :-) Weiß jeder Edeka-Händler ums Eck. Von dem lernen heißt siegen lernen.

    Ab und an ist zwar jemand dabei, der den Aufwand der gewünschten Dienstleistung unterschätzt. Oft kommt auch ein befreundeter Digital Native, der aber von mir in Essig & Öl gemalt kriegen will (echt jetzt: Acrylmalerei) und als Preis sich aus analoger Unwissenheit etwas vorstellt, was finanziell gerade nur Rahmen, Canvas und Grundierung abdeckt, aber zum blauen Sofa passen soll [Würg.] Und weil er nicht gecheckt hat, was ich wirklich mache: irgendwas am Computer, hust.

    Aber bezahlen wollen sie. Find ich toll, weiter so.

    Und nein, ich habe einem großen Teil meiner Verwandtschaft bis jetzt trotz allen einfallreichen Redens – bewusst in deren Sprache ohne Fachgedöns – immer noch nicht richtig darlegen können, was ich mache. Sie verstehn’s nicht. Eine Bewusstseinsfrage, bei der man es dann einfach bewenden lassen sollte.
    Das kann manchmal auch ein Vorteil sein. (Dann wollen sie auch keine Umsonst-Freundschaftsdienste, wenn sie eh nicht wissen, was ich genau treiben tu.)

    Bei sonstigen Anfragenden/in-spe-Auftraggebern würde ich mir wünschen, DIESE würden sich mal Ihre Rotstiftbücher runterladen. Nicht ich.

    Dann würden sie nicht so hilflos den Markt immer und immer wieder mit dazu noch dürftig formulierten Massenanfragen scannen, was. denn. was. wieviel. koste.

    SO ETWAS kostet mich nämlich wahnsinnig Arbeitszeit, ohne dass oft etwas herausspringt. Viele solcher beantworte ich gestressterweise schon gar nicht mehr, obwohl es meinem Bedürfnis nach ‚höflicher Antwort aus Anstand‘ extrem widerspricht.

    DAS wäre die echte Hilfe, wenn diese sich mal Ihre Bücher kauften. Das wäre für mich der Himmel auf Erden und das – hoffentliche- Ende mühseligen Beantwortens von Preisanfragen, auf die du nie wieder eine Antwort bekommst.

    Letzteres. wäre . echt. prima.

  19. Dazu passt die folgende Anekdote:
    Sie rufen einen Anwalt an und fragen Ihn was es kostet ihm zwei Fragen zu stellen. Darauf der Anwalt: „Pro Frage 1.000 Euro – und jetzt die zweite Frage bitte.“ 😉

    • Und vor dem Prozeß sagt er „das gewinnen wir glatt“. Danach „na ja, ein gewisses Prozeßrisiko hat man immer“. :-)

  20. Sehr geehrter Herr Frank, ich sehe das grundsätzliche Thema durchaus ähnlich wie sie, habe allerdings an einigen Stellen Ihrer Ausführungen den Eindruck gewonnen, es geht Ihnen mehr um einen SEO-relevanten Text und entsprechende PR für Ihren DoctorAdd. Was an sich ja nicht ehrenrührig ist – allerdings finde ich ihre Kausalzusammenhänge teilweise nicht ihrer Erfahrung würdig. Gerne möchte ich Ihnen bei einem persönlichen Gespräch näher dazu Auskunft geben. Sie erreichen mich unter den bekannten Koordinaten.

    Herzlichst Ihr Manuel Laufer
    Geschäftsführer

    Werbeagentur
    MARTES NEW MEDIA
    Karlsruhe

    • Hallo Herr Laufer,

      Sie können sich also nicht vorstellen, dass ich Pixeltalk gänzlich ohne die von Ihnen skizzierten (unterstellten) Hintergedanken mit Inhalt füttere? Schade. Denn so ist es. Lesen Sie einfach noch ein paar Artikel mehr; es wird Ihre Meinung (eventuell) ändern.

      Bezüglich Ihrer Ausführung mit den „Kausalzusammenhängen“ verstehe ich ehrlich gesagt nur „Bahnhof“. Klären Sie mich auf, was möchten Sie damit sagen?

      Viele Grüße, Andreas Frank

  21. Hallo zusammen,

    ich glaube, die Balance zwischen Freundschaftsdienst oder Service und bezahlten Arbeiten inzwischen relativ gut hinzubekommen.
    (Eine Ausnahme dazu, für die wir nach wir vor keine Lösung gefunden haben, ist die sehr zeitintensive Angebotserstellung, die oft nicht einmal durch eine Nachricht wie „danke, ich habe das Angebot erhalten“ quittiert wird.)

    Wenn ein (potentieller) Kunde um einen Gefallen bittet, erledigen wir ihn kostenlos, wenn es nicht zu viel Zeit erfordert oder nicht ständig vorkommt. Dabei weisen wir darauf hin, dass wir die Leistung auch gerne vergrößern/detaillierter erbringen können etc., wenn es gewünscht wird, und wir dazu gerne ein Angebot erstellen. (Wenn es öfters vorkommt bieten wir gleich eine Angebotserstellung an.)

    Ärgerlich finde ich es gar nicht, dass viele Kunden/(Noch-)Nicht-Kunden/Freunde/Bekannte um einen Gefallen bitten. Viele fragen sicher erst, bevor sie über die Leistung nachdenken, die dahintersteckt.
    Sehr ärgerlich dagegen finde ich, wie Herr Frank auch sagte, die Geringschätzung der Leistung. Und diese tritt nicht in der Frage, sondern in der anschließenden Reaktion zutage. Kein Danke? Ja, das ist leider in den meisten Fällen so. Nicht einmal irgendeine Reaktion? Ja, auch das kommt bestimmt bei 50% aller Gefallen vor.
    Leider ist es außerdem oft so, dass kostenlose oder sehr gering entlohnte Gefälligkeiten noch mehr Stress einbringen als „normale“ Arbeiten. Ein oder zwei Korrekturen sind da erst einmal nötig, damit sich derjenige überhaupt überlegt was er eigentlich möchte.
    (Das ist bei regulären Jobs natürlich anders, denn da muss mehr gezahlt werden, wenn man erst einmal herum probieren muss.)

    Wir machen für Bekannte daher (echte Freunde zähle ich hier nicht dazu) grundsätzlich nichts mehr. Selbst wenn das Freundschafts-Angebot bezahlt wird, steckt man gewöhnlich die x-fache Leistung und die x-fachen Nerven in den Job.
    Ich sage ehrlich, dass ich aus Zeitgründen und Erfahrung nicht mehr für Bekannte arbeite, empfehle aber wärmstens den/die ein oder andere(n) Kollegen/Kollegin weiter. Dass die natürlich normal kalkuliert, ist dann wieder selbstverständlich.

    Viele Grüße
    Nadine

  22. Als IT’ler kommt es mir so vor, als wenn die Hälfte der Lebenszeit aus schnell mal eben kostenlos Helfen besteht, und das sich das in der Tat oftmals in extrem aufwendige Vorgänge verwandelt.

    Auf der anderen Seite sind die wichtigsten und selbst existenzbedrohenden Dinge bei mir durch echte, freie, mitfühlende Hilfe entworren oder gar gelöst worden. Mein höchsten Respekt haben diese selbstlos helfenden Fachleute.

    So sehe ich es, zumindest für mich, als sich eine irgendwie im Leben ausgleichende Geschichte, ein bisschen wie das „Glücksprinzip“ http://www.imdb.com/title/tt0223897/?ref_=fn_al_tt_1

    …und das Gefühl, jemanden wirklich geholfen zu haben, auch wenn es derjenige eine Dankbarkeit eventuell selber nicht ausdrücken kann, ist etwas Sonnenschein im eigenen Herzen und Licht in den Augen der Anderen.

    Viele Grüße

    Michi