Lendstar.de startet Crowdinvesting auf Seedmatch

Am kommenden Donnerstag, den 06. Juni 2013, startet auf Seedmatch.de das nächste Funding.

Die Lendstar UG möchte mittels Crowdinvesting Investorengelder einsammeln.

Was macht Lendstar.de?

Lendstar ist eine App, die derzeit für Apple- und Android-Geräte verfügbar ist. Mit dieser App sollen sich Freunde und Bekannte untereinander schnell und unkompliziert Geld leihen können.

Diese neuen Schuhe müssen es unbedingt sein, aber der Geldbeutel gibt die 100 € im Moment nicht her? Dann wird dieser Kaufwunsch mittels der Lendstar-App als Anfrage an die Freunde gesendet. In der ersten Ausbaustufe wird das Geld noch ganz klassisch in bar oder per Überweisung geliehen. Ein Geldfluß über die App findet nicht statt, aber der Freundschaftskredit kann über diese – inklusive Rückzahlungserinnerung – verwaltet werden.

In einem nächsten Schritt wird es dann auch möglich sein, eine Art Geldbeutel in der App aufzuladen, um über diese schnell einem Freund oder einer Freundin Geld zu leihen.

Ein weiterer Benefit der Lendstar-App wird das Verwalten gemeinsamer Ausgaben sein. Beispielsweise fliegt eine Gruppe Freunde übers Wochenende nach Barcelona. Einer zahlt das gemeinsame Abendessen, ein anderer die Eintrittsgelder und der Nächste die Taxifahrten. Jeder kennt das, nach der Reise diese Kosten untereinander aufzuteilen, dies kann ganz schön mühsam sein. Abhilfe verspricht Lendstar. Alle Reisebeteiligten finden sich in der App zu einer virtuellen Gruppe zusammen, jeder notiert seine Ausgaben für die Gruppe und am Ende zeigt die App an, wer wem noch wie viel zahlen muss.

Geld verdienen kann Lendstar mit der ersten Ausbaustufe noch nicht, die App ist gratis.

Zum Geschäftsmodell wird Lendstar durch die Funktion der Geldbörse. Hier fallen dann Transaktionskosten für den Nutzer an, über die sich Lendstar finanziert. In Planung sind 20 Cent je Transaktion. Für die Zukunft sind dann weitere Finanzprodukte in der Pipeline, wie beispielsweise eine Lendstar-Prepaidkreditkarte und der Einstieg in den sich entwickelnden Markt des Mobile Payments.

Nach eigenen Angaben hat Lendstar die junge, mobile und internetaffinen Zielgruppe im Alter von 18 bis 30 Jahre im Visier.

Ich denke auch, dass dies die passende Zielgruppe ist, bzw. würde den Fokus noch etwas mehr auf die 18 bis 25 jährigen richten. Eine Altersgruppe, wo man sich eher mal schnell ein paar Euro für einen Kinobesuch oder den Partyabend leiht. In den Altersgruppen darüber hinaus sind mehr eher die klassischen Finanzierungsarten wie Dispo- oder Ratenkredit etabliert.

Aber die Welt verändert sich. Eventuell ist es ja in ein paar Jahren gang und gäbe, dass man statt sich auf den Weg zur Bank zu machen, dann eine Finanzierungsanfrage im Freundes- und Bekanntenkreis startet. „Trust your friends, not banks!“ ist eine Schlagzeile auf der Lendstar-Seite.

Der Knackpunkt für Lendstar wird sein, das virtuell geliehene Geld in die reale Welt zu übertragen. Es nutzt wenig, wenn mir ein Freund spontan in der weiteren Ausbaustufe fünfzig Euro für den Partyeinkauf auf mein Lendstar-Konto überweist, ich aber mit diesem Guthaben an der Kasse nicht bezahlen kann. Für eine praxistaugliche Lösung sind der Einstieg in das Mobile Payment und auch die Kreditkarte unabdingbar. Aber daran wird ja gearbeitet und auch dafür sucht Lendstar ab Donnerstag Investoren mittels Crowdinvesting.

Die Investments erfolgen als Partiarisches Nachrangdarlehen. Die Unternehmensbewertung ist mit knapp einer Million Euro angegeben. Der Cash Flow Break Even soll im zweiten Quartal 2015 erreicht werden und für 2017 ist bei einem Umsatz von 21,1 Mio. ein EBIT von 6,1 Mio Euro geplant. Alle weiteren Infos zum Businessplan sind bei Seedmatch.de abrufbar. Es ist lediglich eine Anmeldung erforderlich.

Lendstar besteht derzeit aus dem Gründer und CEO Christopher Kampshoff und Jennifer Fizia, zuständig für PR und Social Media. Zum 1. Juli wird dann Florian Breunig das Team als Head of Software Development verstärken.

 

Jennifer Fizia war so freundlich und hat Pixeltalk ein paar Fragen zum bevorstehenden Start des Fundings beantwortet:

In wenigen Tagen startet das Crowdinvesting für Lendstar auf Seedmatch. Wie groß ist die Vorfreude und die Aufregung?

Die Vorfreude überwiegt deutlich. Wir freuen uns, unser Produkt mittels Seedmatch gleich einer großen Crowd vorstellen zu dürfen. Das ist eine großartige Chance. Wir sehen im Crowdfunding einen großen Vorteil gegenüber klassischen Finanzierungswegen, z.B. über Business Angels.

Bei den letzten Fundings auf Seedmatch ging das Fundinglimit von 250.000 € bis zu einer Million Euro. Lendstar hat für sich das Fundinglimit bei 100.000 € gesetzt. Also im Grunde die Summe, die ursprünglich beim Crowdinvesting mit Stillen Beteiligungen das gesetzliche Limit war. Wieso diese in der Zwischenzeit doch recht niedrige Summe?

Wir starten mit 100k EUR, unser Ziel ist es aber 200k EUR einzusammeln. Lendstar ist noch in einer recht frühen Phase seiner Entwicklung, dennoch wollen wir den Investoren die Möglichkeit geben von Anfang an dabei zu sein. Auch unsere Bewertung wird wieder näher an dem sein, was am Anfang üblich war. Etwas, das ein Investment in Lendstar sehr attraktiv machen dürfte.

Sie sind derzeit auf der Suche nach einem Bankpartner für direkte Zahlungsmodelle über Ihre App und auch für eine Lendstar-Kreditkarte. Bis wann denken Sie, werden Sie diese Features den Kunden anbieten können?

Wir hoffen, dass wir die Wallet schon in den nächsten drei Monaten, sprich zum Ende des 3. und Beginn des 4. Quartals, anbieten können. Die Kreditkarte wird leider etwas länger dauern, da dies verschiedene regulatorische Prozesse erfordert, die wir nicht ausschließlich allein steuern können, sondern die von Dritten abhängig sind. Wir hoffen aber, unseren Usern im 1. Quartal 2014 die Kreditkarte anbieten zu können.

Vielfach werden interessante Geschäftsmodelle im Internet durch eine gesetzliche Überregulierung behindert oder gar ganz blockiert. Sehen Sie für Ihr Geschäftsmodell Hürden, die beispielsweise seitens der BaFin auf Sie zukommen können.

Die BaFin ist für uns natürlich ein sehr wichtiger Ansprechpartner. Letztendlich entscheidet sie, was in Deutschland möglich ist und was nicht. Wir haben die BaFin daher auch immer sehr früh in unsere Planungen mit einbezogen und so stets einen konstruktiven Weg gefunden, der den Interessen von beiden Seiten gerecht wird. Grundsätzlich können sich aber regulatorische Gegebenheiten immer schnell ändern. In diesem Fall würde eine Anpassung an unser Geschäftsmodell notwendig werden.

Dem Team von Lendstar wünsche ich viel Erfolg für das Geschäftsmodell und ein zügiges Erreichen des Fundinglimits!

 

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

05. Juni 2013 von Andreas Frank
Kategorien: Crowdinvesting, Startups | 1 Kommentar