Startups im Gespräch: fahrtenfuchs.de

Aller guten Dinge sind in diesem Fall fünf. Deshalb stellt sich heute nach fromAtoB.de, online-bustickets.de, fernbusse.de und CheckMyBus.de das Startup FahrtenFuchs.de den Fragen von Pixeltalk:

checkmybus.de, online-busticket.de, busliniensuche.de, busticket.de, fernbusse.de, fahrtenfuchs.de, fromatob.de – und damit wird das Ende der Vergleichsportale noch nicht erreicht sein – wie viele dieser Suchmaschinen verträgt der Markt?

Momentan ist es schwer abzuschätzen, wo genau die Grenze liegt. Der Markt ist groß, doch es wird mit Sicherheit, ähnlich wie bei den Fernbusanbietern, in den nächsten ein bis zwei Jahren zu einer Konsolidierung kommen.

Wir denken, dass langfristig vor allem die Portale bessere Chancen haben sich zu etablieren, die sich mit vollem Einsatz dem Thema Fernbus widmen und sich auf die Branche einlassen.

 

Wo liegen denn die Vorteile für Ihre Kunden, mit welchen Punkten stechen Sie die genannten Wettbewerber aus?

Wir bieten eine Übersicht mit einem großen, wenn nicht sogar dem größten, Portfolio an regionalen, deutschlandweiten und europäischen Fernbusverbindungen.

Wir sind das erste der genannten Portale, das eine direkte Ticketbuchung für Fernbusverbindungen auf FahrtenFuchs.de ermöglicht, z.B. nach Amsterdam, Prag und Warschau und weitere Ziele in Osteuropa.

Als erste Suchmaschine im Fernbussegment, können Kunden Ihre tatsächlich Start- und Zieladresse eingeben und erhalten An- und Abreiseinformationen angezeigt. Diese beschränken sich zwar derzeit auf den PKW, aber es folgen ÖPNV, Taxi und weitere Möglichkeiten, die dem Nutzer eine einfachere Planung seiner Fernbusreise von Tür-zu-Tür ermöglichen.

Unsere adressbasierte Suche hat, im Gegensatz zu einer haltestellenbasierten Suche, zwei weitere Vorteile: Der Kunde muss nicht genau wissen, welche seine nächstgelegenste Haltestelle ist, denn die bekommt er automatisch angezeigt. Dies ist besonders in ländlichen Regionen von Vorteil.

Weiterhin integrieren wir, in Kooperation mit unserem Partner Fernbus-Bewertung.de, nutzerbasierte Fernbus-Bewertungen in die Suchergebnisse, die es Reisenden erlauben, die Qualität der Fernbusanbieter einfach und schnell zu vergleichen. Außerdem ist unser Portal absolut frei von Werbung.

 

Die juristische Grundlage für den Fernbus-Linienverkehr deutete sich mit dem Fortschritt des Verfahrens um DeinBus.de an. War Ihnen damals schon bewusst, welch Nachfrage durch diese Marktöffnung entstehen wird?

Die Liberalisierung hatte sich bereits abgezeichnet und wir haben damit gerecht, dass sie kommen wird. Dass es am Ende so schnell ging, war aber auch für uns ein wenig überraschend.

Die Nachfrage haben wir, als regelmäßige Nutzer von PKW Mitfahrgelegenheiten, tagtäglich auf Deutschlands Straßen beobachtet. Viele Nutzer waren nicht gerne als PKW-Mitfahrer unterwegs, es fehlte allerdings eine Alternative mit vergleichbar günstigen Preisen.

 

Halten Sie den Fernbus-Linienverkehr tatsächlich für eine dauerhafte Alternative zur Bahn?

Die Bahn hat im Fernverkehr klar den Fokus auf Geschäftskunden, die jederzeit losfahren können und bei denen der Preis weniger entscheidend ist.

Für preissensible Reisende sehen wir den Fernbus absolut als Alternative zur Bahn. Für zahlreiche Kundengruppen, insbesondere junge Menschen, Familien oder auch Senioren, ist der Fernbus eine kostengünstige und komfortable Alternative. Er hat viele Vorzüge im Vergleich zur Bahn (günstiger Preis, WLAN, weniger Umsteigen, etc.) und ist auch zeitlich auf zahlreichen Strecken konkurrenzfähig.

 

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen sich derzeit mit Ihrem Portal und was denken Sie, bei welcher Zahl ist das Team bei einem unveränderten Geschäftsmodell komplett?

Neben den beiden Gründern beschäftigen wir derzeit sieben weitere Mitarbeiter. Wir gehen aber davon aus, mit 12-15 Mitarbeiter im nächsten Jahr die von uns vorerst gewünschte Zielgröße zu erreichen.

 

Wie finanzieren Sie sich, Woher stammt das Kapital für Ihr Unternehmen?

Primär aus Eigenkapital der Gründer und durch Business Angels. Des Weiteren sind wurden wir als Spin-Off Team der Humboldt-Universität Berlin im letzten Jahr durch das EXIST-Gründerstipendium gefördert. Weitere Mittel werden durch die Investitionsbank Berlin (IBB) zur Verfügung gestellt.

 

Womit verdient Ihre Seite Geld, wie sieht Ihr Business Modell aus?

Für Kunden ist FahrtenFuchs.de kostenlos. Die Monetarisierung erfolgt über ein Provisionsmodell für vermittelte und gebuchte Fahrten.

 

Wie viele Suchanfragen verzeichnen Sie täglich und wie viele Buchungen resultieren daraus? OK, das sind Ihnen eventuell zu viele Interna, dann so rum: mit wie vielen täglichen Suchanfragen und mit welcher Conversionrate sind Sie glücklich gestimmt?

Wir sind schon heute sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen. Natürlich arbeiten wir hart daran unseren Kundenstamm durch bessere User Experience und mehr Fernbusangebote stetig zu verbessern. Konkrete Zahlen zu Suchanfragen nennen wir allerdings nicht.

 

Stichwort Marketing. Welche Kommunikationskanäle nutzen Sie und in welcher Größenordnung ist das zur Verfügung stehende Budget angesiedelt?

Wir nutzen vor allem Online-Kommunikationskanäle, um einen engen Kontakt zu unseren Kunden herzustellen. Als einziges Fernbusportal bieten wir zusätzlich eine kostenlose Kunden-Hotline (030 / 346 550 750) an. Über das konkrete zur Verfügung stehende Budget können wir leider keine Auskunft geben.

 

Ein Jahr in die Zukunft geblickt, wo stehen Sie dann mit Ihrem Portal und wie wird es um die Wettbewerbersituation bestellt sein

Zu unseren Mitbewerbern kann ich derzeit wenig sagen, da scheinbar nicht alle mit ihrem Portal in Vollzeit beschäftigt sind wie wir. Aus unserer Sicht ist es deshalb unwahrscheinlich, dass alle der oben genannten Portale dauerhaft die gleiche Daten- und Servicequalität erhalten können.

Wir sehen uns als reichweitenstarkes Busportal, das seinen Kunden nicht nur den bestmöglichen Überblick über den gesamten europäischen Fernbusmarkt bietet, sondern auch eine direkte Buchung zahlreicher Angebote ermöglicht. Unser Ziel ist es, diesen Service in den kommenden Monaten noch weiter auszubauen.

 

Welches Internetprojekt fasziniert Sie – neben Ihren eigenen Aktivitäten – derzeit ganz besonders?

Googles weitere Pläne in Bezug auf Mobilitätsdienstleistungen (Google Transit) sind spannend zu beobachten. Inwieweit das sogar eine Gefahr für andere Mobilitätsportale darstellen kann, lässt sich momentan allerdings noch nicht absehen.

 

Ein herzliches Dankeschön geht an Pierre Becher von der FahrtenFuchs GmbH in Berlin. Es freut mich sehr, dass er sich Zeit für die Beantwortung genommen hat.

 

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

04. Dezember 2013 von Andreas Frank
Kategorien: Startups | Kommentare deaktiviert für Startups im Gespräch: fahrtenfuchs.de