Startups im Gespräch: online-bustickets.de

 

 

Weiter geht die Vorstellungsrunde der Vergleichsportale für Fernbuslinien.

Gestern war das Startup fromAtoB.de im Portrait, heute folgt online-bustickets.de.

Betrieben wird dieses Portal von Thomas Hönscheid und der 2QS UG. Thomas Hönscheid war so freundlich und hat Pixeltalk ein paar Fragen rund um das Thema beantwortet:

 

checkmybus.de, online-bustickets.de, busliniensuche.de, busticket.de, fernbusse.de, fahrtenfuchs.de, fromatob.de – und damit wird das Ende der Vergleichsportale noch nicht erreicht sein – wie viele dieser Suchmaschinen verträgt der Markt?

Der Fernbusmarkt ist seit der Liberalisierung im Januar sehr dynamisch gewachsen. Bei aktuell fast 200 Anbietern von Fernbusverbindungen ist der Bedarf an Vergleichsportalen definitiv vorhanden. Auch bei der gegenwärtigen Wettbewerbssituation sehe ich derzeit noch keine Sättigungsgrenze, insbesondere wenn man hinüber zu den Flugsuchmaschinen schaut.

 

Wo liegen denn die Vorteile für Ihre Kunden, mit welchen Punkten stechen Sie die genannten Wettbewerber aus?

Der Vorteil liegt in der Transparenz.

Wir durchsuchen derzeit die Angebote von sieben großen Fernbusanbietern für den User. Durch Eingabe seiner Wunschreisedaten findet er sofort die für ihn passende Fernbusverbindung und kann diese im zweiten Schritt beim Anbieter buchen. Dabei haben wir den Anspruch, dass unser Portal einfach zu bedienen und schnell ist. Das heisst, nur minimale Wartezeiten für den User, bis er die Ergebnisse präsentiert bekommt. Zu einer einfachen Bedienung gehört für uns auch eine optimale Darstellung auf allen Devices, also vom Desktop bis hin zu mobilen Devices. Deshalb haben wir auf ein Responsive Theme gesetzt, welches die Darstellung an das verwendete Device des Users anpasst.

 

Die juristische Grundlage für den Fernbus-Linienverkehr deutete sich mit dem Fortschritt des Verfahrens um DeinBus.de an. War Ihnen damals schon bewusst, welch Nachfrage durch diese Marktöffnung entstehen wird?

Im Dezember 2012 haben zum ersten Mal darüber nachgedacht, was eine Liberalisierung des Fernbusmarktes für den innerdeutschen Reiseverkehr bedeuten könnte.

Uns war schnell klar, dass dies diverse Anbieter auf den Markt bringen wird. Der daraus resultierende Wettbewerb wird dann natürlich auch über den Preis ausgetragen und davon profitieren letztendlich die Kunden. Bei den Kostenvorteilen gegenüber der Bahn und dem Komfortgewinn gegenüber Mitfahrerzentralen war es auch vorhersehbar, dass die Kunden das Fernbusangebot positiv aufnehmen werden. Die Medienpräsenz des Thema hat ein weiteres dazu getan. Derzeit hat Fernbusfahren ein sehr positves Image.

 

Halten Sie den Fernbus-Linienverkehr tatsächlich für eine dauerhafte Alternative zur Bahn?

Absolut. Allerdings muss natürlich den unterschiedlichen Zielgruppen Rechnung getragen werden. Auch wenn auf vielen Strecken Fernbusse durchaus mit dem Angebot der Bahn mithalten können, werden  z.B. Geschäftsreisende nach wie vor auf die Bahn oder den PKW setzen. Die günstigen Preise werden aber neue Kundengruppen ansprechen, für die Mobilität bisher kein so großes Thema war.

 

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen sich derzeit mit Ihrem Portal und was denken Sie, bei welcher Zahl ist das Team bei einem unveränderten Geschäftsmodell komplett?

Aktuell sind wir bei online-bustickets.de zu zweit. Bei entsprechendem Wachstum ist es aber durchaus angedacht, das Team zu vergrößern.

 

Wie finanzieren Sie sich, Woher stammt das Kapital für Ihr Unternehmen?

Das Projekt ist derzeit komplett eigenfinanziert.

 

Womit verdient Ihre Seite Geld, wie sieht Ihr Business Modell aus?

Vergleichsportale finanzieren sich in der Regel durch den durchgeleiteten Traffic. So auch hier, die Fernbusunternehmen vergüten Ticketbuchungen über eine Provision auf den Ticketpreis. Einige Vergleichsportale setzen zusätzlich auf Werbung, die zwischen den Ergebnisseiten eingeblendet wird. Davon halten wir aber zunächst Abstand.

 

Wie viele Suchanfragen verzeichnen Sie täglich und wie viele Buchungen resultieren daraus? OK, das sind Ihnen eventuell zu viele Interna, dann so rum: mit wie vielen täglichen Suchanfragen und mit welcher Conversionrate sind Sie glücklich gestimmt?

Wir sind mit unserem Angebot seit August 2013 live. Seitdem verzeichnen wir stark ansteigende Zugriffe auf unser Portal. Die eigentliche Herausforderung besteht für uns aber darin, die diversen Fernbusanbieter sauber zu integrieren. Bisher gibt es noch keine einheitlichen technischen Standards.

 

Stichwort Marketing. Welche Kommunikationskanäle nutzen Sie und in welcher Größenordnung ist das zur Verfügung stehende Budget angesiedelt?

Wir stehen derzeit noch ziemlich am Anfang unser Marketingaktivitäten, weil wir uns zunächst vorrangig mit den technischen Fragestellungen unseres Portals beschäftigt haben. Wir werden die verschiedenen Marketinginstrumente sorgfältig analysieren und dann entscheiden, auf welchen Mix wir setzen. Entscheidend ist für uns aber der zufriedene Nutzer, der unser Portal in seiner Community weiterempfiehlt.

 

Ein Jahr in die Zukunft geblickt, wo stehen Sie dann mit Ihrem Portal und wie wird es um die Wettbewerbersituation bestellt sein?

Im Internet kann in einem Jahr viel passieren. Es gab schon viele ambitionierte StartUps, die in kürzerer Zeit schon wieder die Segel streichen mussten. Wir möchten uns am Markt etablieren und für unsere User das bestmögliche Angebot bereitstellen. Dann wird es uns auch noch in einem Jahr geben.

 

Welches Internetprojekt fasziniert Sie – neben Ihren eigenen Aktivitäten – derzeit ganz besonders?

Ich habe derzeit sehr wenig Zeit, mir andere Internetthemen näher anzuschauen. Interessant finde ich aber das Thema „Social Trading“, welches gerade ebenfalls einen Boom erfährt. Die spannendsten Anbieter in dem Bereich sind ayondo und wikifolio.

 

Ganz herzlichen Dank an Thomas Hönscheid von online-bustickets.de, dass er sich die Zeit genommen hat, um Pixeltalk diese Fragen zu beantworten.

Das nächste Startup aus diesem Segment wird morgen vorgestellt, dann beantwortet Andreas Oswald Fragen zu fernbusse.de.

 

Möchten Sie diesen Artikel auf Facebook, Twitter oder Google+ teilen? Darüber freue ich mich sehr!

VN:F [1.9.22_1171]
Bitte bewerten Sie diesen Beitrag:
Rating: 5.0/5 (8 votes cast)
Startups im Gespräch: online-bustickets.de, 5.0 out of 5 based on 8 ratings

Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

29. November 2013 von Andreas Frank
Kategorien: Startups | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Interessante Gesprächsreihe! Ich suche derzeit sehr gerne mit online-bustickets.de – bin aber sehr gespannt auf die weitere Entwicklung am Markt. Sowohl bei den Fernbussen, als auch bei den Vergleichsseiten.