Startups im Gespräch: yourXpert.de

Wer kennt das nicht, man hat da eine Frage, die Antwort braucht man sofort, die Beantwortung sollte verlässlich sein, aber Google führt einen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Nach dem Motto „fünf Experten, zehn Meinungen“.

Klar, es gibt Experten, die man auf dem klassichen Wege konsultieren kann. Aber vielfach schrecken einen die hohen Kosten für eine Erstberatung ab. Sei es bei einem Anwalt, Steuerberater oder Marketingexperten. Und vielfach sollte die Frage auch möglichst schnell und nicht erst nach der zeitaufwändigen Buchung und eines Besuches im Büro des Experten beantwortet werden.

Frag-einen-Anwalt.de war eine der ersten Seiten im Netz, mit deren Hilfe juristische Probleme bequem von zu Hause aus besprochen werden konnten. Weitere Seiten aus verschiedenen Fachgebieten zogen nach.

Auch ich hatte bereits im Jahre 2005 eine Seite dieser Art komplett konzipiert. Unter kurz-gefragt.de wollte ich einen solchen Service anbieten, bei dem sich tatsächliche Experten anmelden können und die Fragesteller ein Honorar vorgeben, welches sie bereit sind, für die Beantwortung auszugeben. Aus dem Projekt wurde aus zeitlichen Gründen nichts. Kein Beinbruch für die Ratsuchenden, andere Internetunternehmen setzen eine solche Idee um.

Mit yourXpert.de ist nun ein weiteres Portal dieser Art an den Start gegangen. Der Slogan „Gut beraten statt geraten“ verspricht Expertenrat aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen; von Bildung, Coaching & Erziehung, über Psychologie, Gesundheit, Handwerk, Technik, bis hin zu Recht und Steuern.

Vielfach werden Startups mit heißer Nadel gestrickt. Bernhard Finkbeiner, Veit Johanning und Stefan Schütt haben sich für die Ausarbeitung des Konzepts und Programmierung der Software eineinhalb Jahre Zeit gelassen. Mit Forum Media Ventures aus dem dem bayrischen Merching konnte zudem Anfang 2013 ein Investor gefunden werden, der dem Gründerteam unterstützend zur Seite steht.

Übrigens, eventuell kommt Ihnen der Name Bernhard Finkbeiner bekannt vor? Ja, er ist der Mitgründer einer Internetseite, die mittlerweise Kultstatus hat: frag-mutti.de.

Wie kann ein solches Startup gegen andere Seiten bestehen, die schon seit mehreren Jahren am Markt sind? Wie ist die Resonanz nach den ersten drei Monaten? Was ist schwieriger, Ratsuchende finden, oder Experten akquirieren?

Stefan Schütt im Gespräch mit Pixeltalk:

In der Zwischenzeit gibt es einige allgemeine und spezielle Expertenportale. Beispielsweise Frag-einen-Anwalt.de oder Frag-einen.com. Worin sehen Sie Ihre Chancen, gegen diese Seiten bestehen zu können?

In dem Beratungskonzept der meisten Wettbewerber in Deutschland sehen wir v.a. drei Nachteile für den Kunden:

  • Der Kunde stellt seine Frage an einen anonymen Expertenpool und hat keine Möglichkeit, seinen Experten selbst zu wählen.
  • Die Beratung wird i.d.R. nur in einer Fachrichtung angeboten
  • Der Kunde erhält i.d.R. eine E-Mail-, jedoch keine Live-Beratung

Das yourXpert-Beratungskonzept setzt an diesen Beratungslücken der Wettbewerber an und wandelt diese in folgende Nutzenvorteile für den User um:

  • Der Kunde kann den Experten nach seinen individuellen Bedürfnissen selbst auswählen (Preis, Qualifikation, Kundenbewertungen etc.
  • Der Kunde hat zusätzlich die Möglichkeit, seine Frage mit selbst bestimmtem Preis an den Expertenpool zu stellen.
  • Beratung in allen relevanten Fachrichtungen
  • Beratung via E-Mail sowie Live-Chat und Telefon

Sie sind nun die ersten drei Monate im Netz, wie sehen die ersten Resonanzen und Zahlen aus?

Wir sind überaus zufrieden mit den ersten Monaten. Es wurden bereits mehrere hundert Beratungen auf yourXpert durchgeführt. Wir sind begeistert von den positiven Rückmeldungen unserer Kunden sowie Experten. 

Was ist aufwändiger, die Generierung von Anfragen, oder die Akquise von zuverlässigen Experten?

Als neues Portal war die Akquise von kompetenten Experten zu Beginn natürlich zeitaufwändig, wenn auch erfolgreich. Mittlerweile läuft die Expertenakquise von selbst und wir erhalten fast täglich Bewerbungen von Experten, die durch Empfehlung auf yourXpert aufmerksam geworden sind. Aktuell liegt unser Fokus auf der Generierung von Kunden-Anfragen.

Mit Forum Media Ventures haben Sie seit Frühjahr einen Partner im Boot. Beschränkt sich diese Unterstützung rein auf monetäre Gesichtspunkte, oder können Sie auch auf das Netzwerk des Investors zurückgreifen um weiteres KnowHow und Unterstützung im Bereich Marketing zu bekommen? Die Publikationen Ihres Investors sind doch sicher ein Vorteil für die Reichweite und den Ausbau der Bekanntheit?

Uns war es enorm wichtig, mit einem Investor nicht „nur“ Kapital in das Unternehmen einzubringen, sondern einen Partner zu finden der darüber hinaus Know How und weitere Synergien mit einbringen kann. Kurz gesagt: „Smart Money“.

Genau diesen Partner haben wir mit FORUM MEDIA Ventures gefunden. Die Ausrichtung der FORUM MEDIA GROUP auf die Bereiche Information, Bildung und Unterhaltung bietet das Potential für viele Synergien in beide Richtungen.

Haben Sie die Investorensuche aktiv vorangetrieben, oder konnten Sie hier auf ein persönliches Netzwerk zurückgreifen?

Wir haben aktiv nach einem Kapitalgeber für yourXpert gesucht über Investoren-Veranstaltungen, Businessplan-Wettbewerbe, Direkte Kontaktaufnahme etc.

Ihr ganz besonderer Tipp für potentielle Gründer, die eine Idee haben?

Unternehmer kann man nur werden, indem man etwas unternimmt. Viele gute Ideen bleiben oft in der Ideenphase stecken. Der erste Schritt ist sicherlich nicht der leichteste, macht aber den Unterschied zwischen Idee und Unternehmen aus. Also unternimm den ersten Schritt – Es lohnt sich!

Herzlichen Dank für diese Informationen. Ich wünsche dem Team von yourXpert.de viel Erfolg!

 

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch darauf hinweisen, Fragen zu den Themengebieten Werbung und Marketing beantworte ich unter DoctorAdd.de. Sie bestimmen, wie viel Sie bereit sind, für die Beantwortung Ihrer Frage durch einen ausgewiesenen Experten zu bezahlen.

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

07. Juni 2013 von Andreas Frank
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