Der Rotstift – was ist das, wem nutzt er und warum sollten ihn alle in der Werbebranche haben?

Da der höchste mir bisher vergönnte Lottogewinn bei etwa 80 € lag und ich diesen noch mit meiner Freundin teilen durfte, bin ich nach wie vor darauf angewiesen, meinen Lebensunterhalt auch mit der Herausgabe des „Rotstift – wie viel kostet Werbung?“ zu bestreiten.

In der Werbebranche ist der ROTSTIFT nun seit vielen Jahren eine feste Größe. Dennoch gibt es natürlich immer Neueinsteiger, die mit dem ROTSTIFT bisher noch nicht in Berührung gekommen sind. Heute möchte ich einmal ein paar der Fragen beantworten, die üblicherweise von Interessenten gestellt werden.

 

Was ist der ROTSTIFT?

Im ROTSTIFT sind über 6.000 Honorarsätze für die üblichen Aufgaben in der Werbebranche zu finden. Wenn Sie als Agentur oder als Auftraggeber wissen möchten, was ein branchenübliches Honorar für eine bestimmte Leistung ist, dann können Sie diese Information dem ROTSTIFT entnehmen.

Wie ist der ROTSTIFT entstanden?

Viele Jahre war ich auf Agenturseite verantwortlich für die Kalkulationen und für die Preisverhandlungen mit den Auftraggebern.

Jeder kennt das, eine Agentur tut sich erst einmal selbst schwer, das Angebot zu kalkulieren und der Kunden sagt dann meist in einer ersten Reaktion, dass dieses natürlich viel zu hoch sei. Das übliche ärgerliche Spiel. Natürlich kennt man in der Regel seinen eigenen Stundensatz und kann darauf seine Angebotskalkulation aufbauen, aber man ist dennoch immer unsicher, ob man mit dem Angebot zu hoch oder zu niedrig liegt.

Aus diesem Grunde habe ich 1998 damit begonnen, Angebote, Kalkulationen, Budgetplanungen und Rechnungen von Agenturen, Freelancern und auch Auftraggebern zu sammeln. Diese Daten verwendete ich die ersten Jahre ausschließlich für die eigene Kalkulationsarbeit. Die Marketingleiterin eines der weltweit bekanntesten Modeunternehmen berichtete mir, dass sie regelmäßig geschockt sei über die ihrer Meinung nach viel zu hohen Agenturrechnungen und sie gerne einmal mehr Benchmarks hätte. Dieses Gespräch war die Initialzündung für die Veröffentlichung meiner Daten.

 

Weshalb dieser Name, sollen damit Agenturen im Preis gedrückt werden?

Aus der Entstehungsgeschichte ergibt sich, dass der ROTSTIFT in erster Linie für die Seite der Auftraggeber gedacht war. Allerdings nicht um ein Agenturhonorar zu drücken, sondern um den Auftraggebern das Wissen an die Hand zu geben, was denn üblicherweise für welche Leistungen abgerechnet wird.

Welche konkreten Überlegungen letzlich zu dem Namen ROTSTIFT führten, das lässt sich heute nicht mehr mit Gewissheit sagen. Anfänglich hat dieser auch zu Mißstimmungen auf Agenturseite geführt und ich habe dementsprechende böse Schreiben erhalten. Allerdings nur von Agenturmenschen, die zum Zeitpunkt Ihrer Kritik den ROTSTIFT noch niemals in der Hand hatten und sich dazu berufen fühten, nur auf Grund des Namens ein Urteil zu fällen. 🙂

Diese Bedenken, dass der ROTSTIFT ein Folterwerkzeug der Auftraggeber ist, sind schon seit vielen Jahren ausgeräumt und der ROTSTIFT ist im deutschsprachigen Raum eines der bekanntesten und beliebtesten Nachschlagewerke in Fragen zur Werbehonorierung.

Die Agenturseite hat schnell erkannt, dass der ROTSTIFT  doch kein Feind ist und sie in vielerlei Hinsicht bei ihrer Arbeit unterstützt. So vertrauen heute viele tausend Agenturen und Freelancer den Informationen aus dem ROTSTIFT.

 

Ist der ROTSTIFT für Agenturen oder werbungtreibende Unternehmen gedacht?

Für beide Seiten. Agenturen und Freelancer wissen, wie viel die Kollegen üblicherweise berechnen und die Auftragger können dem ROTSTIFT entnehmen, ob ihre Agentur fair und marktgerecht kalkuliert.

Der ROTSTIFT hat sich in den letzten Jahren zu einem Vermittler zwischen diesen beiden Welten entwickelt. Aus vielen Rückmeldungen von beiden Seiten weiß ich, das der ROTSTIFT zu einem besseren Verhältnis zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer führt. Vielfach konnten Honorarunstimmigkeiten und Streitigkeiten mit Hilfe des ROTSTIFT beigelegt werden und die Basis für eine weitere Zusammenarbeit geschaffen werden.

Für unsere eigenen Verkaufszahlen, aber auch unabhängig davon sehr interessant ist es, dass wir Agenturen haben, die seit Jahren allen ihren neuen Kunden zu Beginn der Zusammenarbeit einen ROTSTIFT schenken. Gerade bei Aufträgen, die in der Schnelle auf Zuruf und ohne Angebot erteilt werden, sind so beide Parteien auf der sicheren Seite, was in welcher Höhe abgerechnet wird. Eine Idee, die gerne von jeder Agentur umgesetzt werden sollte. 🙂

 

Was bringt der Kauf des ROTSTIFT?

Der ROTSTIFT unterstützt Agenturen, Grafiker, Fotografen, Messebauer, Webdesigner, aber auch die Auftraggeber von Werbemaßnahmen dabei, einen marktgerechten und für alle Beteiligten fairen Preis zu kalkulieren.

Mit dem ROTSTIFT sparen diese enorm viel Zeitaufwand bei der Kalkulation von Angeboten, Budgets und Abrechnungen. Und sie können sich sicher sein, dass die Kalkulationen marktüblich und marktgerecht sind.

Auftraggeber können mit dem ROTSTIFT die Angebote und Kalkulationen ihrer Agenturen dahingehend überprüfen, ob diese marktüblich sind. Zudem kann mit dem ROTSTIFT schon im Vorfeld einer angedachten Werbeaktion überprüft werden, ob diese in das vorhandene Budget passt und es müssen nicht umständlich mehrere Agenturen nach Preisen angefragt werden.

 

Bringt der ROTSTIFT Vorteile bei Verhandlungen?

Ja! Dies ist eine der häufigsten Rückmeldungen von Kunden des ROTSTIFT. Die Angebotsverhandlungen werden mit dem ROTSTIFT schneller und mit einem für beide Seiten zufriedenstellenderen Ergebnis abgeschlossen. Der ROTSTIFT schafft auf beiden Seiten ein Verständnis für den jeweiligen Verhandlungspartner.

 

Sind die Preise im ROTSTIFT realistisch?

Viele tausende Kunden nutzen den ROTSTIFT, die Rückmeldungen der Kunden sind fast durchweg positiv und die Mehrzahl der Kunden kauft regelmäßig die aktualisierte Version. Dies würden sie nicht tun, wenn sie mit den im ROTSTIFT ausgewiesenen Honorarsätzen in der Praxis nicht sinnvoll arbeiten könnten.

Aber selbstverständlich gibt es auch mal kritische Stimmen die sagen, die Preise seien unrealistisch. Gerne entgegen ich dann, dass sie anscheinend über ein größeres Datenmaterial als ich verfügen müssen, denn sonst könnten sie nicht zu solch einer Aussage kommen. Immer biete ich diesen Kritikern auch an, dass ich dieses Datenmaterial sehr gerne aufkaufe um die Zahlen in die ROTSTIFT-Kalkulationen einfließen zu lassen. Leider hat mir bisher noch kein Kritiker sein Zahlenmaterial zum Kauf angeboten.

Seit 1998 untersuche ich die Honorare und Produktionskosten der Werbebranche. Unabhängig und neutral. Mit gutem Gewissen kann ich sagen, die Honorarsätze im ROTSTIFT sind ein realistisches Spiegelbild der branchenüblichen Kalkulationen.

 

Ist WerbeCheck bei der Honorarermittlung wirklich unabhängig?

Ja! WerbeCheck und ich als Herausgeber sind absolut unabhängig in der Ermittlung und Veröffentlichung der Honorarsätze. Keine Agenturgruppe, kein Verband, keine Vereinigung kann Einfluss auf die Zahlen nehmen.

 

Die Agenturen und auch die Kunden sind doch unterschiedlich groß, haben oft weit auseinander liegende Honorarsätze und -vorstellungen. Kann da der ROTSTIFT funktionieren?

Selbstverständlich wird die Logoentwicklung durch eine Ein-Mann-Agentur für ein regionales Ladengeschäft anders kalkuliert, als für ein DAX-Unternehmen durch eine weltweit tätige Agenturgruppe. Auch macht es einen Unterschied, wo, wie lange und durch wen eine Agenturleistung genutzt wird.

Der ROTSTIFT basiert auf dem WerbeCheck-Scoring. Hier werden die Faktoren Agenturgröße, Kundengröße, Aufwand, Schwierigkeitsgrad, sowie die geographische und zeitliche Nutzung berücksichtigt, um für alle Konstellationen eine faire und marktgerechte Kalkulation sicher zu stellen.

 

Kann man den ROTSTIFT auch in Österreich und in der Schweiz anwenden?

Ehrlich gesagt, wurde an diese Länder bei der Veröffentlichung gar nicht gedacht. Sehr schnell aber fanden sich in Österreich und in der Schweiz viele Käufer. Die Rückmeldungen sind ausschließlich positiv, so dass man diese Frage eindeutig mit Ja beantworten kann.

Es werden für den ROTSTIFT nicht gezielt Preise und Honorare in Österreich und in der Schweiz recherchiert. Allerdings zeigen die Erfahrungswerte der letzten Jahre, dass der ROTSTIFT in Österreich 1:1 angewendet werden kann und für die Schweiz ein kalkulatorischer Aufschlag von etwa 25% zu berücksichtigen ist.

 

Was sind die Unterschiede bei den Download-, CD- oder Taschenbuchversionen?

Es bestehen bei den verschiedenen Ausführungen keine inhaltliche Unterschiede. Viele Kunden nutzen sehr gerne die Dateiversion zur Kalkulation im Büro und nehmen die Taschenbuchversion mit zur Besprechung beim Kunden.

 

Ist der ROTSTIFT auch für den Mac geeignet?

Die Dateiversionen (CD + Download) bestehen aus einer PDF-Datei. Und bei den im Bundle mit dem ROTSTIFT erhältlichen „Musterverträgen für Werbeagenturen“ sind noch .doc-Dateien dabei. Also alles kein Problem, egal mit welchem Betriebssystem Sie arbeiten.

 

Warum gibt es den ROTSTIFT nicht mehr in der Ringbuch-Version?

Das stimmt so nicht ganz, noch sind ein paar wenige Ringbücher der Version 2013 auf Lager. Richtig ist aber, es wird vom Ringbuch keine Neuauflage geben. Deshalb wurde die Ringbuch-Version im Shop etwas versteckt weiter nach hinten verschoben.

Wir haben intern über zwei Jahre überlegt, gerungen und vor allem ich habe für das Ringbuch gekämpft. Schließlich hat damit alles angefangen. Aber letztlich musste ich mich den Argumenten beugen. Eine Taschenbuchversion wurde vielfach von Kunden gefordert und auch der wichtige Absatzkanal AMAZON kann nur sinnvoll mit einem Taschenbuch bedient werden. Taschenbuch- und Ringbuchversionen zusätzlich zu den Download- und CD-Versionen anzubieten, das hätte dann jedoch zur vollsten Verwirrung geführt. Das Ende des Ringbuches war eingeläutet.

Für Gutachten und Rechnungschecks nutze ich ja selbst den ROTSTIFT und habe da jahrelang lieber mit dem Ringbuch, als mit der Dateiversion gearbeitet. Aber im letzten halben Jahr bin ich ein Fan vom Taschenbuch geworden. Damit geht die Kalkulationsarbeit noch viel schneller von der Hand. Und in der Aktenmappe auf dem Weg zum Kunden tragen Sie 645 Gramm auch viel leichter, als das 2,2 kg schwere Ringbuch. 🙂

 

Den ROTSTIFT gibt es ja auch als Gratisdownload im Netz. Können wir diese Version verwenden?

In der Tat können Sie den ROTSTIFT, wie auch unsere „Musterkalkulationen“ und „Musterverträge für Werbeagenturen“, im Internet kostenlos herunterladen. Die Server liegen bevorzugt auf den Seychellen, in der Türkei und in Panama Wir haben damit nichts zu tun, bekommen dafür kein Geld und sind machtlos, dieses Treiben zu unterbinden. Die Betreiber sind juritisch nicht greifbar, auf Anschreiben wird konsequent nicht geantwortet.

Im Klartext: diese Produkte sind illegale Downloads!

Wenn es Ihnen gleichgültig ist, dass Sie mit einer geistigen Leistung arbeiten, für die der Urheber nicht entlohnt wird, bitteschön, nutzen Sie illegale Downloads. Aber beschweren Sie sich dann bitte niemals, wenn ein Anderer Ihre persönliche geistige Leistung unrechtmäßig nutzt, klaut und kopiert!

Damit die Dimensionen etwas greifbarer werden, der finanzielle Schaden durch illegale ROTSTIFT-Kopien betrug im Jahr 2012 einen mittleren fünfstelligen Betrag. Das sind Regionen, wo ein sehr spezialisierter Kleinverlag schon einmal die Lust an der Arbeit verlieren kann.

Ich persönlich finde es traurig, dass in einer Branche Raubkopien genutzt werden, die selbst in einem allerhöchsten Maße davon abhängig ist, dass Urheberrechte be- und geachtet werden! Besonders dreist finde ich eMails, ob ich denn nicht ein paar Fragen zur Anwendung des ROTSTIFT beantworten könne, wo sich dann herausstellt, dass mit einer Raubkopie gearbeitet wird.

 

Sind 59,90 € netto für den Download und die CD, oder 65,33 € netto für das Taschenbuch nicht zu viel?

Mit dem ROTSTIFT sparen sich die Kunden viele Stunden bei der Angebotskalkulation. Oftmals liegt der ROTSTIFT das ganze Jahr auf dem Schreibtisch und ist ein täglich genutztes Kalkulationstool. Den wenigen Kritikern, die den ROTSTIFT für zu teuer halten, denen entgegne ich freudig, dass sie die durch den ROTSTIFT eingesparte Stundenzahl gerne einmal mit ihrem Stundensatz multiplizieren können.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir alle unsere Arbeitsleistung nicht verschenken sollten!

Haben Sie weitere Fragen zum ROTSTIFT? Dann freue ich mich auf Ihre eMail.

Und sind Sie nun zu der Überzeugung gekommen, dass auch Sie den ROTSTIFT für Ihre Kalkulationsarbeit nutzen möchten, dann freue ich mich sehr auf Ihre Bestellung!

 

Dazu noch eine öfters gestellte Frage: Gibt es den ROTSTIFT auch bei Amazon?

Ja, das Taschenbuch gibt es dort und ich freue mich über jede Bestellung via Amazon. Allerdings sollten Sie wissen, dass wir an Amazon 50% Provision bezahlen müssen, dass uns noch 5% für die Lagerhaltung berechnet werden, wir nach etwa 50 bis 80 Tagen bezahlt werden und uns dafür noch 2% Skonto abgezogen werden. Versand- und Verpackungskosten ins Amazon-Lager fallen auch noch an, im Durchschnitt sind das auf Grund rätselhaft-computererrechneter Bestellmengen etwa 3%. Bei einem Nettoverkaufspreis von 65,33 € kommen bei uns 23,13 € an. Dass die Produktion und der Druck eines Buches nicht kostenfrei ist, das muss ich Ihnen als Angehöriger der Medienbranche ja nicht erklären. 🙂

Wir finden Amazon dennoch klasse, aber wenn Sie solche Konditionen auch für Ihr eigenes Unternehmen nicht so sehr lieben, dann bestellen Sie das Taschenbuch doch direkt im WerbeCheck-Shop. Meistens bekommen Sie hier zu Ihrer Bestellung auch noch praktische Notizblöcke und wenn sie nicht gerade aufgefuttert sind, ein paar kleine Tütchen Gummibärchen.

 

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

19. April 2013 von Andreas Frank
Kategorien: Veröffentlichungen | Kommentare deaktiviert für Der Rotstift – was ist das, wem nutzt er und warum sollten ihn alle in der Werbebranche haben?