Ohne eigenes Zutun zum Experten?

Robert Nabenhauer, seinen Angaben zufolge „Experte für Marketing, Kommunikation, Führung und Selbstmanagement“ hat sich auf Deutsche-Startups.de des interessanten Themas angenommen, wie man neue Wege im Marketing beschreitet.

Einer seiner Tipps ist, dass man sich seiner Zielgruppe als Experte präsentiert. So weit, so gut. Nicht falsch, aber auch nicht neu. Darüber wurden in den letzten Jahren unzählige Bücher und Artikel veröffentlicht.

Und so wäre dieser Beitrag von Herrn Nabenhauer auch nicht weiter erwähnenswert.

Durch einen „Tipp“ von ihm wird er es aber dann doch. Er schreibt: „Um diese Reputation zu erreichen, können Sie beispielsweise eigene Bücher, Whiterpaper oder Anleitungen veröffentlichen.“

Worin jetzt der Haken liegt? Im dem Satz steht „eigene“ Veröffentlichungen. Diesen konterkariert er dann durch seine sich daran anschließende Äußerung „Geben Sie dabei für wenige Euro die mühsame Arbeit des Schreibens an Ghostwriter ab.“.

Zwischenruf Herr Nabenhauer: ein Experte ist man dann, wenn man auf einem Gebiet tiefgründige und umfassende Kenntnisse hat, die weit über das themenübliche Basiswissen hinausgehen.

Sich seine Bücher oder Artikel von Dritten schreiben zu lassen, ist eines echten Experten unwürdig!

„Ghostwriting stellt eindeutig den Tatbestand eines schwerwiegenden wissenschaftlichen Fehlverhaltens dar“, sagte einmal Goran Krstin, der Pressesprecher des Präsidenten der Freien Universität Berlin. Er mag dies in Bezug auf die universitären Prüfungsordnungen angeführt haben, aber auch wenn es um Fachbücher geht bin ich der Meinung, dass ich für mein Geld ein vom Experten persönlich verfasstes Werk zu erwarten habe!

 

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Über Andreas Frank

Andreas Frank liebt echte Innovatoren und ist genervt von Kopierern, die einem alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Kopfschüttelnd liest er täglich die Meldungen von Startups, die angeblich alles revolutionieren aber dabei nicht in der Lage sind, ihre Idee ganzheitlich zu Ende zu denken. Belustigt ist er, wenn die freie Meinungsäußerung mit bösen eMails und der Androhung von Anwaltsschreiben mit den Füßen getreten wird. Merke: auch in der Zeit von bezahlten Blogeinträgen gibt es noch Denker, die sich ihren kritischen Blick nicht verbieten lassen.

10. Januar 2013 von Andreas Frank
Kategorien: Zwischenruf | Kommentare deaktiviert für Ohne eigenes Zutun zum Experten?